Zürich
Frauen-Notschlafstelle ist gut ausgelastet
Seit Anfang Dezember ist in der Stadt Zürich eine neue Frauen-Notschlafstelle in Betrieb, die von ausschliesslich weiblichem Personal betreut wird. Das neue Angebot werde von den Nutzerinnen «sehr geschätzt», heisst es beim Sozialdepartement der Stadt Zürich auf Anfrage. 18 Plätze stehen insgesamt zur Verfügung, wobei ein Zimmer für LGBTQI+-Personen ist. Im Schnitt seien zehn davon belegt, teilt die Stadt mit.
Die Notunterkunft für Frauen ersetzt vorübergehend den «Frauenstock» in der ganzjährig betriebenen städtischen Notschlafstelle an der Rosengartenstrasse. Der Hauptstandort ist von Dezember bis April ausschliesslich für Männer geöffnet. Damit hat die Stadt die Kapazitäten für den Winter erhöht.
Ruhiger dank kleineren Zimmern
Die neue Notschlafstelle verfügt über Einer- und Zweierzimmer, während am alten Standort Zimmer mit bis zu sechs Betten genutzt werden. Dies habe zur Folge, dass es ruhiger sei, teilt das Sozialdepartement mit. Die dort nächtigenden obdachlosen Frauen litten häufig an psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel einer Suchtmittelabhängigkeit.
Neben dem städtischen Angebot für Obdachlose besteht in Zürich auch die Notschlafstelle des Sozialwerks Pfarrer Sieber, der so genannte Pfuusbus beim Albisgüetli mit 46 Betten. Dieser ist während des Winterhalbjahrs von Mitte November bis Mitte April geöffnet.
Pfuusbus mit sinkenden Zahlen
In der aktuellen Betriebszeit verzeichnete der Pfuusbus bislang 2735 Übernachtungen, wie es beim Sozialwerk auf Anfrage heisst. Das sind im Schnitt 35 pro Nacht und rund 20 Prozent weniger als in der Vorsaison, einer Rekordsaison. Grund für den Rückgang dürften laut dem Sozialwerk unter anderem die Sozialberaterinnen und Sozialberater sein, die nun täglich im Pfuusbus im Einsatz sind. Gemeinsam mit den Gästen arbeiten sie an Anschlusslösungen.
Zudem wurde im Sommer ein Pilotprojekt durchgeführt. Dabei wurden Langzeitgäste in einer Art WG gezielt auf Anschlusslösungen wie etwa betreute Wohnformen vorbereitet. 14 von 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fanden dann auch tatsächlich eine Anschlusslösung.
Frauen machen im Pfuusbus 15 bis 20 Prozent der Gäste aus. Dieser Anteil entspreche jenem der Vorjahre. Für Frauen steht ein abgetrennter Bereich zur Verfügung. (sda/ eba)