Eine Gruppe von Männern hätte den Frauen geholfen, die Tora-Rolle – die fünf Bücher Mose – in ihren Abschnitt zu bringen, berichtete die Zeitung «Haaretz». Einer von ihnen sei festgenommen worden. Die Gruppe der männlichen Helfer sei auch von strengreligiösen Juden körperlich angegriffen worden, bevor diese von der Polizei zurückgedrängt wurden. Die Frauenorganisation Neschot Hakotel (Frauen der Mauer), der auch strengreligiöse Jüdinnen angehören, hatte die Aktion organisiert. Es sei das erste Mal, dass Frauen der Organisation an der Klagemauer aus der Bibel vorlasen, schrieb «Haaretz». Die Gruppierung kämpft seit Jahren gegen Diskriminierung an der Klagemauer. Bislang beten Männer und Frauen an dem heiligen Ort traditionell getrennt. (sda)
20. April 2015
Frauen lesen aus Protest Tora an der Klagemauer
Im Kampf für mehr Gleichberechtigung haben jüdische Frauen am Montag an der Klagemauer in Jerusalems Altstadt offen aus einer Bibel-Rolle vorgelesen. Aus orthodoxer Sicht ist dieses Recht Männern vorbehalten, der Akt wird als Verachtung der traditionellen Werte gesehen.
Die Gebetsbereiche an der Klagemauer sind nach Geschlechtern getrennt: für Männer links, für Frauen rechts. (Bild: Public Domain)