Frank Bangerter wird neuer Bischof
Die Schweiz hat ihren ersten offen schwulen Bischof. Nach mehreren Wahlgängen haben die Laiendelegierten, der Klerus und der Synodalrat der Christkatholischen Kirche der Schweiz den Zürcher Pfarrer Frank Bangerter gewählt, wie die Glaubensgemeinschaft mitteilte.
Erforderlich für die Wahl ist eine Zweidrittelmehrheit. Das führte zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen der drei Nominierten Bangerter, Christoph Schuler und Lars Simpson in den ersten drei Umgängen. Dann zog sich Schuler zurück und nach dem 5. Wahlgang auch Simpson. Im formell noch nötigen sechsten Wahlgang erreichte Bangerter die nötige Mehrheit.
Bangerter versprach, er werde für eine mutige Kirche eintreten. Die Christkatholische Kirche habe zwei Eigenschaften mit unbestrittenem Potenzial: die Frauenordination und die «Ehe für alle». Sie sei eine liberale Kirche in der katholischen Tradition. Der 61-jährige neue Bischof lebt mit seinem Partner in Grenchen und amtiert als Pfarrer in Zürich.
Der Bischofssitz war seit dem Rücktritt von Harald Rein im November 2023 verwaist. Der damals 66-jährige Rein gab das Amt nach 14 Jahren ab. Die Christkatholische Kirche der Schweiz zählte Ende 2023 über 12'000 Mitglieder und 28 Gemeinden. Geweiht wird der neue Bischof am 14. September in Bern. (sda/ pef)