Die drei Werke wollen mit der Kampagne auf die Vergiftung von Böden und die Ausbeutung von Arbeitskräften in der Textilindustrie aufmerksam machen, wie sie am Montag, 10. März, in einem Communiqué mitteilten. Gesetzliche Vorschriften und Sicherheitsnormen würden in vielen Textilfabriken in Bangladesch nicht eingehalten, berichtete Shatil Ara, Koordinatorin der Fair Wear Foundation (FWF) gemäss Mitteilung am Montag in Bern.
Die Angestellten einer solchen Fabrik hätten erzählt, dass sie keinen Arbeitsvertrag besässen, dass physische und verbale Gewalt an der Tagesordnung sei und dass «eine beträchtliche Anzahl Kinder» in dieser Fabrik arbeiteten.
Prüfung durch unabhängige Organisationen nötig
Es brauche bessere Arbeitsbedingungen und faire Löhne für die Angestellten, heisst es in der Mitteilung weiter. Dazu müssten die Firmen durch unabhängige Organisationen wie die FWF überprüft werden. Die FWF wurde 1999 in Holland gegründet mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen in der Kleidungs- und Textilindustrie zu verbessern. Fastenopfer und Brot für alle gehören zu den Mitbegründerinnen des FWF in der Schweiz.
«Unternehmen, die sich der FWF anschliessen, verpflichten sich, deren Kodex einzuhalten», sagte Miges Baumann, Leiter Entwicklungspolitik bei Brot für alle, gemäss Mitteilung.
Die Vorgaben beruhten auf weltweit anerkannten Regeln der Internationalen Arbeitsorganisation, welche die Einhaltung der Menschenrechte für alle Beschäftigten auch am Arbeitsplatz forderten. Dazu gehörten beispielsweise existenzsichernde Löhne, verbindliche Arbeitsverträge, Verbot von Kinderarbeit und angemessene Arbeitszeiten.
Wer Mitglied der FWF werden wolle, müsse in seinen Fabriken zudem eine unabhängige Beschwerdeinstanz einrichten und lokale Kontaktpersonen ernennen, die in ständigem Kontakt mit der Stiftung in Holland stehe, erklärte Baumann die weiteren Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft.
SBB hat Vorreiterrolle
Lucrezia Meier-Schatz, CVP-Nationalrätin und Präsidentin des Stiftungsforums Fastenopfer, erläuterte in ihrem Statement, weshalb die SBB ausgewählt wurde. «Allein 2013 kaufte das Unternehmen für seine 28‘000 Beschäftigten für rund sieben Millionen Franken 330‘000 Uniformen und andere Textilien ein», führte sie aus. Damit sei die SBB einer der grössten Kleiderbeschaffer. Als staatliches Unternehmen komme ihr zudem eine gewisse Vorreiterrolle zu.
Doch nicht nur die SBB, auch jeder einzelne Käufer sei aufgerufen, beim Kleiderkauf Initiativen zu unterstützen, die sich um soziale und ökologische Mindeststandards kümmerten. Informationen dazu biete die Website zur Fastenkampagne.
Jeans als Symbol
Unter dem Motto «Die Saat von heute ist das Brot von morgen» thematisiert die Fastenkampagne die Ungerechtigkeit zwischen den Generationen und den Umgang mit Ressourcen. Sie macht auf die Gefahr aufmerksam, dass kommende Generationen um ihre Lebensgrundlagen wie Land, Wasser und Luft betrogen werden könnten. Das Thema wird symbolisch mit einer Jeanshose dargstellt, die auf den diesjährigen Plakaten zu sehen ist.