Evangelische Frauen machen sich für «Ehe für alle» stark

In ihrer Antwort auf die Vernehmlassung zur Initiative «Ehe für alle» begrüssen die Evangelischen Frauen Schweiz die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Zudem müssten lesbische Ehepaare Zugang zur Samenspende erhalten.


Im März hat die Kommission für Rechtsfragen des Nationalrats den Vorentwurf zur «Ehe für Alle» in die Vernehmlassung geschickt. Dieser sieht die Öffnung der Ehe mit sämtlichen Rechten und Pflichten für Personen des gleichen Geschlechts vor.

Klar für die Vorlage haben sich nun die Evangelischen Frauen Schweiz (EFS) in ihrer Vernehmlassungsantwort vom 28. Juni ausgesprochen. Die Öffnung der Ehe wirke der Diskriminierung von gleichgeschlechtlich liebenden Paaren entgegen. Zudem verhindere sie, dass ungewollte Aussagen über die sexuelle Orientierung durch Angabe des Zivilstandes gemacht werden könnten, heisst es in dem Schreiben.

Ja zur Zusatzvariante

In ihrer Stellungnahme begrüssen die Evangelischen Frauen auch die Möglichkeit für gleichgeschlechtliche Paare, ein Kind zu adoptieren. Kinder bräuchten vor allem verlässliche Beziehungen, um aufzuwachsen. Dies könnten Eltern unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung bieten. Sinnvoll seien auch weitere Neuerungen wie die erleichterte Einbürgerung von gleichgeschlechtlichen Ehepartnern, oder die Gleichstellung von lesbischen Ehefrauen bei der Hinterbliebenenversicherung.

Zusätzlich zur Kernvorlage gibt es eine Zusatzvariante, die lesbischen Ehepaaren den Zugang zur Samenspende ermöglicht. Diese sei zu begrüssen, schreiben die EFS. Die Samenspende sei eine wenig belastende Form der Fortpflanzungsmedizin und stehe verschiedengeschlechtlichen Paaren bereits heute zur Verfügung. Es gebe keinen Grund, lesbische Paare davon auszuschliessen, heisst es in dem Schreiben. (no)