EKD will weitere Studien zu sexuellem Missbrauch
Zwar gehe es darum, sich nicht allein auf die Zahlen zu konzentrieren, sondern in erster Linie die Handlungsempfehlungen in den Blick zu nehmen. «Nichtsdestotrotz wird die Frage nach belastbaren Fallzahlen eine Frage der Aufarbeitung bleiben», sagte die Präses der EKD-Synode. Die EKD setze sich weiter für eine Dunkelfeldstudie ein, «ohne die wir nie das tatsächliche Ausmass sexualisierter Gewalt in der Kirche erfahren werden». «Eine Dunkelfeldstudie müsste gesamtgesellschaftlich angelegt sein», sagte Heinrich. Die EKD unterstütze die entsprechenden Bemühungen im Nationalen Rat der unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus. Eine Dunkelfeldstudie untersucht Straftaten, die unerkannt blieben und den Behörden nicht gemeldet wurden.
Der unabhängige Forschungsverbund Forum hatte für seine vor knapp zwei Monaten veröffentlichte Studie im Auftrag der EKD mindestens 2225 Betroffene von sexualisierter Gewalt und 1259 Beschuldigte ermittelt. Die tatsächliche Zahl liegt laut den Forschern deutlich höher. Sie attestierten Kirche und Diakonie zudem eine «Verantwortungsdiffusion», ein problematisches Amtsverständnis bei Pfarrern und die Diskreditierung von Betroffenen, die Gewalt gegen sich öffentlich machten. (epd/ no)