Muslime fordern Schutz und Solidarität nach Hanauer Gewalttat

Muslimische Verbände haben Politik und Gesellschaft nach der Gewalttat von Hanau aufgerufen, sich klar an die Seite der Muslime zu stellen.


Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, erklärte in Berlin, wer antimuslimischen Rassismus nicht klar benenne oder verharmlose, mache sich mitschuldig an der blutigen Gewalt gegen Minderheiten.

Rechtsextreme Terroristen fühlten sich durch die jahrzehntelange Untätigkeit von Politik und Sicherheitsbehörden zum Schutz deutscher Muslime und Minderheiten ermutigt, derartig mörderische Taten zu verüben, erklärte Mazyek, der am Abend an der Mahnwache in Hanau teilnehmen wollte. Allein in den vergangenen Tagen habe es ein halbes Dutzend Bombendrohungen gegen Moscheen gegeben. Muslimische Gotteshäuser und Repräsentanten der Religionsgemeinschaft müssten von den Sicherheitsbehörden besser geschützt werden, forderte Mazyek und rief zugleich die Muslime auf, eigene Schutzmassnahmen zu ergreifen.

«Terror bedroht alle»

Der Koordinationsrat der Muslime, die Dachorganisation der muslimischen Verbände, hatte zuvor erklärt, die Orte des Angriffs wie auch das bekanntgewordene Bekennerschreiben zeigten, dass Migranten, insbesondere Muslime das Ziel gewesen seien. Es sei jetzt die Zeit, zusammenzurücken und zusammenzustehen, betonte Koordinationsratssprecher Zekeriya Altug. Der Terror bedrohe alle, Muslime und Nichtmuslime.

In Hanau hatte ein Mann am 19. Februar nach Polizeiangaben neun Menschen erschossen. Die Polizei fand den mutmasslichen Täter und dessen Mutter danach tot in deren Wohnung. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen. (epd/bat)