Ein umfassender Blick auf die Reformation in der Schweiz

Ein neue wissenschaftliche Publikation zeichnet auf 740 Seiten die Ausbreitung der reformatorischen Bewegung in der Schweiz nach.


Das im Theologischen Verlag Zürich erschienene Werk «Die schweizerische Reformation – ein Handbuch» rekonstruiere die Ausbreitung der Reformation in den Städten Zürich, Bern, Basel, St. Gallen, Schaffhausen, in ländlichen Gebieten wie Graubünden und Appenzell sowie in der französischsprachigen Schweiz, heisst es in einer Mitteilung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK vom 21. November. Ebenso berücksichtige es die «gescheiterten Reformationen» und die Täuferbewegung. Das Buch wurde am 20. November anlässlich einer Vernissage im Polit-Forum Bern vorgestellt.

Umfassendste Darstellung seit langem

An dem rund 740-seitigen und mit vielen unveröffentlichten Bildern illustrierten Werk habe ein internationales Team von Spezialisten mitgearbeitet. Laut Mitteilung ist es die erste umfassende Darstellung der Reformation in der Schweiz seit fast 40 Jahren. Die deutschsprachige Ausgabe des 2016 in den Niederlanden zuerst auf Englisch erschienenen Werks wurde im Auftrag des SEK bearbeitet. Herausgegeben wurde es von den SEK-Beauftragten Martin Hirzel und Frank Mathwig.

Folgen für Politik und Gesellschaft

Das Werk zeige, wie sich im 16. Jahrhundert aus einer diffusen Bewegung eine disziplinierte Gruppe von Kirchen mit definierten Glaubenssätzen entwickelt habe, heisst es in der Mitteilung weiter. Zudem analysiere es die Langzeitwirkungen der Reformation auf Religion, Politik und Gesellschaft und biete Hintergrundwissen für das laufende Reformationsjubiläum. Das Geleitwort zur Publikation verfasste Gottfried Locher, der Ratspräsident des Kirchenbunds. (no)