Wie der reformierte Stadtverband Zürich am 22. September in einer Mitteilung schreibt, müsse für die «Umsetzung des Volksauftrages» zuerst das Kirchengesetz und die Kirchenordnung angepasst werden. Die dafür nötigen Gespräche seien im Gange. Auch diskutiert, wird, wie die künftige Kirchgemeinde organisiert werden soll. Dazu schreibt der Gesamtprojektleiter und Präsident des reformierten Stadtverbandes, Andreas Hurter, dass man sich dabei «an die Organisation analog zur Anzahl Schulkreise in der Stadt» anlehne. Die Stadt Zürich zählt sieben Schulkreise.
Grossgruppenkonferenzen sollen Mitsprache garantieren
Den Projektverantwortlichen ist es «ein grosses Anliegen», dass der Reformationsprozess von möglichst «unterschiedlichen Anspruchsgruppen gestaltet» wird. Dafür werden sogenannte «Grossgruppenkonferenzen» veranstaltet, an denen jeweils rund 200 Personen teilnehmen. Alle, die sich beruflich oder freiwillig in der Kirche engagieren, sollen dort zu Wort kommen. Die nächste Konferenz findet am 25. und 26. September im Kongresshaus Zürich statt. Dabei bildet eine öffentliche Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Basel, Bern und Neuenburg den Auftakt. Die reformierten Kirchgemeinden dieser Städte befinden sich ebenfalls in einem Reformprozess.
500 Jahre nach Zwinglis Amtsantritt
Die Reform muss gemäss Beschluss der Zentralkirchenpflege bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Ab 1. Januar 2019 exisitert dann auf dem Stadtgebiet von Zürich nur noch eine einzige reformierte Kirchgemeinde. Interessantes Detail: Exakt 500 Jahre zuvor, am 1. Januar 1519, trat Huldrych Zwingli das Amt als Leutpriester am Grossmünsterstift in Zürich an.