Ein engagierter Seelsorger und Kämpfer gegen die Apartheid

Der reformierte Pfarrer, Missionar und ehemalige Thurgauer Kirchenrat Paul Rutishauser ist am 4. Mai im Alter von 81 Jahren gestorben.

Nelson Mandela bedankte sich 1993 bei Paul Rutishauser für sein Engagement als Präsident der Schweizer Anti-Apartheid-Bewegung.
Nelson Mandela bedankte sich 1993 bei Paul Rutishauser für sein Engagement als Präsident der Schweizer Anti-Apartheid-Bewegung. (Bild: zVg)

Der 1935 in Romanshorn geborene Paul Rutishauser studierte Theologie und wurde 1960 zum Pfarrer ordiniert. Zusammen mit seiner Frau wirkte er danach mehrere Jahre für die Basler Mission in Ghana.

Händeschütteln mit Nelson Mandela

Zurück in der Schweiz trat Rutishauser eine Pfarrstelle in der Thurgauer Kirchgemeinde Horn an und engagierte sich teilzeitlich als theologischer Mitarbeiter am Tageszentrum Wartensee. Als 1974 die Anti-Apartheid-Bewegung der deutschen Schweiz (AAB) gegründet wurde, übernahm Rutishauser das Präsidium. In Südafrika war er kurzzeitig in der kirchlichen Laienausbildung tätig, wurde jedoch des Landes verwiesen. Nach dem Ende des Apartheidregimes bedankte sich Nelson Mandela 1993 anlässlich eines Staatsbesuchs in der Schweiz persönlich bei Rutishauser für seinen Kampf gegen Apartheid und Rassismus.

1983 wurde Paul Rutishauser in den Thurgauer Kirchenrat gewählt, wo er die Landeskirche während zwanzig Jahren mitprägte. Von 1985 bis 1991 war er zudem Sprecher beim «Wort zum Sonntag».

Bis zum Schluss aktiv

Nachdem Rutishauser 1992 sein Pfarramt aufgegeben hatte, wirkte er bis zu seiner Pensionierung als Seelsorger an der Psychiatrischen Klinik in Münsterlingen TG. Von 2001 bis 2007 war Rutishauser Präsident der Basler Mission.

Am Montag nahm die Trauergemeinde in der Evangelischen Kirche Kreuzlingen Abschied von Paul Rutishauser. Mit ihm sei ein «Kämpfer für Gerechtigkeit, Menschenrechte und Frieden» gestorben, heisst es im Nachruf des «St. Galler Tagblatts».