Direktor des Roten Kreuzes muss gehen
Paukenschlag beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK): Das oberste Führungsorgan des Hilfswerks, der Rotkreuzrat, hat entschieden, sich von Direktor Markus Mader zu trennen. Das teilte das SRK mit. Grund sei eine unterschiedliche Auffassung in Führung und Organisation des SRK und der einzelnen Mitgliedorganisationen. Der 59-jährige Mader ist seit 2008 Direktor des Hilfswerks.
Ersatzwahlen geplant
Die Trennung erfolge per Ende Jahr, sagte SRK-Mediensprecher Raymond Ruch der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage. Weitere Angaben machte er nicht. Der «Tages-Anzeiger» hatte zuvor berichtet, Vertrauensthemen und interne Unstimmigkeiten hätten bei der Absetzung eine Rolle gespielt.
Zudem sind vier Mitglieder des Führungsgremiums per sofort zurückgetreten. Die sechs verbleibenden Mitglieder würden «baldmöglichst» eine Rotkreuzversammlung einberufen, um die nötigen Ersatzwahlen vorzunehmen, hiess es. Die Geschäftsstelle des Hilfswerks wird bis auf Weiteres von der stellvertretenden Direktorin Karolina Frischkopf geleitet.
Seit 20 Jahren im Dienst des SRK
Mader ist seit über 20 Jahren für das Schweizerische Rote Kreuz aktiv. Vor seinem Job als Direktor war er Präsident des Rotkreuz-Kantonalverbandes St. Gallen und Mitglied der SRK-Geschäftsprüfungskommission. Der Staatswissenschaftler war mehrere Jahre Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und in Sri Lanka, Peru, Pakistan und Afghanistan unterwegs.
Mader habe als Direktor Ausserordentliches geleistet, wurde SRK-Präsidentin Barbara Schmid-Federer in der Mitteilung zitiert. «Der Rotkreuzrat dankt ihm für sein Engagement und seine Verdienste für das SRK.» Die frühere Zürcher Mitte-Nationalrätin Schmid-Federer präsidiert den Rotkreuzrat seit Juni.
Das Schweizerische Rote Kreuz ist die älteste und grösste humanitäre Organisation der Schweiz. Sie besteht aus 24 Kantonalverbänden, vier Rettungsorganisationen, dem Blutspendedienst, dem Rotkreuzdienst, der zentralen Geschäftsstelle und dem Rotkreuzrat. (sda/no)