Der Neutestamentler Klaus Berger ist tot

Klaus Berger gehörte zu den meistgelesenen theologischen Publizisten in Deutschland. Zugleich war er umstritten, weil er als Katholik Mitglied der evangelischen Kirche war. Nun ist der Theologe im Alter von 79 Jahren gestorben.


Klaus Berger lehrte bis zu seiner Emeritierung rund 30 Jahre lang an der evangelischen Fakultät Heidelberg das Fach Neues Testament. Er gilt als einer der meistgelesenen theologischen Publizisten in Deutschland. Er verfasste rund 80 Bücher zu den Themen Bibel und Glaube. Wie der Herder-Verlag am 9. Juni in Berlin mitteilte, starb Berger am Montagabend im Alter von 79 Jahren.

Als Katholik in der evangelischen Kirche

Berger wurde 1940 in Hildesheim geboren. Er galt als umstritten, weil er als überzeugter Katholik evangelisches Kirchenmitglied war und an einer evangelischen Fakultät lehrte. Berger war schließlich 2006 in die römisch-katholische Kirche wieder eingetreten. Dies hatte in der evangelischen Kirche für Unverständnis gesorgt.

Weil ihm in seiner Heimatkirche eine akademische Laufbahn verwehrt worden sei, trat der katholisch getaufte Berger nach eigenen Angaben Ende der 60er Jahre in die lutherische Kirche ein, um als Wissenschaftler arbeiten zu können. Er selbst bezeichnete sich einmal als einen «in der evangelischen Kirche lebenden Katholiken». (epd/no)