D: Rat der Muslime kritisiert Bundeswehreinsatz in Syrien

Der deutsche Zentralrat der Muslime kritisiert den am Freitag vom Bundestag beschlossenen Syrien-Einsatz der Bundeswehr. Es sei das falsche Rezept im Kampf gegen den Terror, wie der Ratsvorsitzende Aiman Mayzek am Samstag gegenüber der «Neuen Osnabrücker Zeitung» mitteilte.

Der Deutsche Zentralrat der Muslime kritisiert den am 4. Dezember beschlossenen Bundeswehreinsatz gegen Syrien.
Der Deutsche Zentralrat der Muslime kritisiert den am 4. Dezember beschlossenen Bundeswehreinsatz gegen Syrien. (Bild: flickr/U.S. Army Europe Images CC BY 2.0)

Die beste und stärkste Waffe gegen Terrorismus sei ein Stopp von Waffenlieferungen, meinte Mayzek weiter. Er findet, dass die Regionalmächte an den Verhandlungstisch gezwungen werden müssten, um durch ein Friedenskonzept eine Perspektive des Lebens und nicht des Elends zu schaffen.

 

Eine «völlig falsch gelaufene Kriegspolitik»

«Damit trocknen wir Terror und Diktatur weltweit am besten aus», sagte Mazyek. Er bezeichnete das Entstehen der islamistischen Terrormilizen IS und Al-Kaida als «Ergebnis einer völlig falsch gelaufenen Kriegspolitik». Sie sei einer der Gründe dafür, dass es heute «solche absolut perversen und extremistischen Ausformungen von mutmaßlichen Muslimen» gebe, sagte der Zentralratsvorsitzende und verwies auf den Krieg der USA und ihrer Verbündeten gegen den Irak im Jahr 2003. «Wir haben Krieg gesät, und es sind Flüchtlinge und Terror gekommen.» (epd)