D: Polizeigewerkschaft fordert Trennung von Flüchtlingen nach Religion

Nach Gewaltausbrüchen in mehreren deutschen Flüchtlingsheimen fordert die Gewerkschaft der Polizei, die Flüchtlinge getrennt nach Ethnie und Religion unterzubringen. Experten und Politiker sind skeptisch.

September 2015: Syrische Flüchtlinge im Bahnhof von Stockholm. Bild: Wikimedia/Frankie Fouganthin

Am vergangenen Sonntag (27.9.) kam es in einem Flüchtlinsheim bei Kassel zu einer Schlägerei zwischen 300 Albanern und 70 Pakistanern. Wie verschiedene deutsche Medien in diesem Zusammenhang berichten, sind derartige Gewaltausbrüche in deutschen Flüchtlingsheimen inzwischen weit verbreitet.  Gruppen schlössen sich nach Ethnien, nach Religion oder Clan-Strukturen zusammen und gingen «mit Messern und selbst gebastelten Waffen aufeinander los», sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt der «Passauer Neuen Presse».

Zum Beten gewzungen

Die Bewohner trügen religiös und politisch motivierte Konflikte und Kämpfe um die Vorherrschaft aus. Sunniten kämpften gegen Schiiten, es gebe «Salafisten unterschiedlichster Ausprägung». Frauen würden zur Verschleierung gezwungen, Männer zum Beten. «Islamisten wollen dort ihre Werte und Ordnung einführen», sagte er. Christen sollten deshalb «unter besonderen Schutz» gestellt werden. Deshalb fordere die Gewerkschaft eine Trennung der Flüchtlinge nach ihrer Religionszugehörigkeit. Wendt räumte aber ein, dass auch die «Enge in den Unterkünften» zur Gewaltbereitschaft beitrüge.

Trennung «nicht sinnvoll»

Politiker und Experten sehen in der vorgeschlagene Trennung keine Lösung. So hält der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) eine solche Aufteilung nicht für sinnvoll, um Konflikte zu vermeiden. Er sieht auch praktische Probleme: «Eine Trennung nach Religionen oder gar Ethnien ist bei dem derzeitigen Ansturm kaum praktikabel», sagte Lewentz der «Deutschen Presse-Agentur». Die wichtigste Aufgabe sei es, geflohenen Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten. Für Konfliktforscher Andreas Zick wäre die alleinige Trennung nach Religion ein «falsches Zeichen».