Folgende forderungen würden eine nachhaltige Entwicklung voraussetzen: Eine rasche Umsetzungsplanung, die systematische Information der Schweizer Bevölkerung durch den Bund, eine regelmässige Berichterstattung, die Schaffung eines SDG-Büros und einer SDG-Kommission, die Einbindung von Kantonen und Gemeinden sowie eine SDG-Verträglichkeitsprüfung.
Umsetzungsplanung und Einbezug der Zivilgesellschaft
Damit die Agenda 2030 erfolgreich wird, müsse die Schweiz mit Hilfe von anspruchsvollen Umsetzungsplänen systematisch an der Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung arbeiten. Dazu brauche es Strukturen und Institutionen, die eine nachhaltige Entwicklung orientieren, lenken und sicherstellen. Notwendig sei aber auch der umfassende Einbezug der Zivilgesellschaft.
Ein Prozent des Bruttoinlandprodukts für die Länder des Südens bereitstellen
Zur erfolgreichen Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung müsse die internationale Staatengemeinschaft deutlich mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, so Caritas Schweiz. Massnahmen zur Wirtschaftsförderung und zur Mobilisierung einheimischer Ressourcen in den Entwicklungsländern reichen nicht aus. Privatwirtschaftliche Investitionen in den Entwicklungsländern seien notwendig, aber per se weder nachhaltig noch armutsreduzierend. Sie müssten verbindliche ökologische, soziale und menschenrechtliche Standards erfüllen, um zu nachhaltiger Entwicklung beizutragen.
Reform der internationalen Finanzpolitik
Auch die internationale Finanzpolitik müsse kohärent im Sinne der Ziele für nachhaltige Entwicklung reformiert werden. Unter anderem müssen die illegalen Finanzströme aus Entwicklungsländern, die ein funktionierendes Steuersystem untergraben oder verunmöglichen, unterbunden werden.
SDG-Verträglichkeitsprüfung
Wie die Caritas weiter formuliert, sind «die SDG sind sowohl bei der Schweizer Bevölkerung als auch bei den meisten national ausgerichteten sozial-, wirtschafts-, umwelt- oder bildungspolitischen Akteuren weitgehend unbekannt. Daher ist erste Aufgabe des Bundesrats, über die SDG und ihre Bedeutung für die Schweiz zu informieren und aufzuklären. Die nationale Umsetzung der SDG liegt zu einem erheblichen Teil in der Kompetenz und Verantwortung der Kantone und Kommunen. Daher sei der Bundesrat gefordert, diese von Anfang an in die Diskussionen und in die Planung zur Umsetzung einzubeziehen. (sda)