Cevi will Homosexualität stärker thematisieren

Die christliche Jugendorganisation Cevi Schweiz will sich mehr den Themen Homosexualität und Transgender widmen. An ihrer Delegiertenkonferenz im Juni sollen die Themen traktandiert werden. Die Idee ist, eine Projektgruppe zu gründen.

Die christlichen Jugendverbände Cevi und Jubla wollen offensiv mit dem Thema Homosexualität umgehen. Auf dem Bild: Zwei Frauen an der Lesbendemo für den «Tag der lesbischen Sichtbarkeit» in Bern. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)

Nach dem katholischen Jugendverband Jungwacht Blauring (Jubla) will nun auch die Jugendorganisation Cevi Schweiz Themen wie Homosexualität und Transgender in ihren eigenen Reihen vermehrt aufs Tapet bringen. Dies sagt Felix Furrer, Verantwortlicher Marketing und Kommunikation, auf Anfrage von ref.ch.

Laut Furrer hat man bereits an der Präsidentenkonferenz im März beschlossen, dass an der Delegiertenkonferenz im Juni das Thema LGBT (lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell) traktandiert werde. Der Präsident eines Regionalverbandes habe einen entsprechenden Antrag gestellt. «Wir möchten den momentanen gesellschaftspolitischen Diskurs mitprägen», sagt Furrer.

Workshops zum Thema

Welche Form das Engagement im Bereich LGBT haben soll, sei noch offen. «Der Wunsch der Präsidentenkonferenz ist aber, dass nicht nur ein Papier zum Thema entsteht.» Man könne sich vorstellen, dass eine Arbeitsgruppe beispielsweise Kursunterlagen erstellt oder Workshops durchführt.

Schon jetzt gilt der Grundsatz, dass die Organisation sich für eine gleichberechtigte Gesellschaft und insbesondere auch für Minderheiten einsetzt. «Wir sind offen für alle Lebensformen», sagt Furrer.

In den Scharalltag integrieren

Diese Woche gab bereits der Jugendverband Jubla bekannt, dass er an seiner Bundesversammlung vom 5. Mai sein Papier zur Haltung gegenüber Menschen mit LGBTI-Orientierung (das i steht für intersexuell) überarbeitet hat. «Wir möchten damit vom Verband aus eine Willkommenskultur signalisieren», sagte Co-Präsident Silvio Foscan gegenüber dem Nachrichtenportal kath.ch.

Das Papier soll demnach den Scharen zur Orientierung dienen und wird auch in Ausbildungen thematisiert. Eigene Anlässe zu diesem Thema seien jedoch nicht geplant.

Im Verlauf des Prozesses zu diesem Grundsatzpapier habe die Jubla festgestellt, dass die Jugendlichen mit grosser Selbstverständlichkeit mit dem Thema umgingen. Im Scharalltag sei die sexuelle Orientierung der Einzelnen zwar kein grosses Thema. Dennoch seien junge Menschen in diesem Alter auf der Suche. Daher sei es dem Verband wichtig, hier offiziell eine offene Haltung zu signalisieren. «Wir wollen mit guten Beispiel vorangehen. Bei uns haben alle Platz. Wichtig ist uns das Zusammensein, wir betonen die Gemeinsamkeiten, nicht die Unterschiede.» Diese Antwort würde er auch gegenüber allfälligen kritischen Stimmen geben, so Foscan.