Cevi baut Grossmünster aus 500 Militärblachen

Zum Reformationsjubiläum hat der Cevi Zürich Oberland im Sommerlager ein zwölf Meter hohes Grossmünster aus 500 Militärblachen gebaut. Darin soll die Geschichte des Reformators Heinrich Bullinger nacherzählt werden.

Hang zur Perfektion: In einem Turm befindet sich eine Glocke und die bunten Grossmünsterfenster wurden mit farbigen Blachen imitiert. (Bild: Verein Oberlandlager)

Es ist wahrlich ein «Mammut-Projekt», das die Cevi-Ortsgruppe Zürich Oberland in ihrem diesjährigen Lager in Hüntwangen im Zürcher Unterland auf die Beine gestellt hat: Mit 500 Militärblachen bauten sie das Grossmünster nach, das für gut 700 Kinder und Jugendliche Platz bietet. Die Zahlen des Bauwerks sind eindrücklich: 27 Meter lang, 18 Meter breit, 12 Meter hoch.

Dem Zeltbau ging eine einjährige Planungsphase am Computer voraus. Dabei wurden die Organisatoren auch von einem ETH-Statiker unterstützt, sagt Lagersprecher Kilian Meier. Insgesamt hat der Aufbau des Zelt-Grossmünsters eine Woche gedauert. Dabei konnte die Cevi auf professionelle Unterstützung von Schreinern und Zimmerleuten zählen, um beispielsweise die schweren Baumstämme sicher zu platzieren.

Begehbare Türme

Das Resultat ist ein Grossmünster aus Militärblachen, das so robust gebaut ist, dass die beiden Türme begehbar sind. Überhaupt zeigt sich am Bau viel Liebe fürs Detail: So befindet sich in einem der Türme eine Glocke, die zur Vollversammlung läutet, und die bunten Fenster des Grossmünsters wurden mit farbigen Blachen imitiert. Finanziert wurde das Projekt durch ein Crowdfunding, bei dem über 8’000 Franken zusammenkamen.

Laut Meier ist das Zelt-Grossmünster ein Teil eines ganzen Cevi-Lagerdorfes, das an eine mittelalterliche Stadt des Reformationsjahres 1517 erinnern soll. So stellen die 7- bis 20-jährigen Lagerteilnehmer unter anderem Steinmetze, Papiermacher, Zinngiesser, Mönche oder Fischer dar. Auch im Münster selbst spielt die Reformation eine grosse Rolle.

Lagermotto: «Mächtiger als Waffen»

Unter dem Motto «Mächtiger als Waffen» wird jeden Abend im Zelt-Münster oder auf dem Münsterplatz die Geschichte des Zürcher Reformators Heinrich Bullinger in Form eines Theaters erzählt. «Er zeigte, dass Veränderungen nicht durch Krieg, sondern durch die Schrift und den Glauben, eigenständiges Denken und die Gemeinschaft zu erreichen sind», sagt Meier.

Neben den Theater-Stücken finden im Zelt auch ein Gebets- und ein Singabend statt. Das Grossmünster sei das Lager-Highlight und komme wahnsinnig gut an, versichert Meier. Nur leider werde es im Gegensatz zu seinem Kollegen in der Stadt Zürich in einigen Tagen wieder abgebaut.

Zum Cevi-Lager Olala ’17