Bund unterstützt Projekte gegen Radikalisierung

Der Bund unterstützt im laufenden Jahr zehn Projekte gegen Radikalisierung und gewalttätigen Extremismus. Geld erhält unter anderem die Universität Bern für ihre Weiterbildung für muslimische Seelsorgende.


Im Rahmen des Aktionsplans gegen Radikalisierung kann der Bund Projekte von Kantonen, Gemeinden, Städten und der Zivilgesellschaft finanziell unterstützen – während fünf Jahren mit insgesamt fünf Millionen Franken. Auf die erste Ausschreibung im vergangenen Jahr gingen zahlreiche Gesuche ein.

Der Sicherheitsverbund Schweiz hat zehn davon bewilligt, wie er am 29. März mitteilte. Unterstützt wird zum Beispiel eine Weiterbildung an der Universität Bern in religiöser Begleitung und Seelsorge, konzipiert für Muslime sowie Vertreterinnen und Vertreter anderer Religionen, die im Asylbereich oder im Gefängnis tätig sind.

Erforschung des Salafismus

Die Universität Luzern erhält Geld für die Studie «Salafismus in der deutschsprachigen Schweiz», die Stadt Bern für ein Projekt zur Sensibilisierung und Schulung von Schlüsselpersonen in Sportvereinen. Die Kantone Genf und Waadt erhalten Beiträge für ihre Dispositive zur Bekämpfung von Radikalisierungen. Dazu gehören unter anderem eine kostenlose Helpline sowie Instrumente zur Identifikation von Risiken in Gefängnissen.

Ebenfalls berücksichtigt wurden die Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention Winterthur, der Verein Tasamouh in Biel, ein albanischer Kulturverein in Nyon, der Verein Permeable für eine Ausstellung an verschiedenen Orten sowie der Verein «Beratungs- und Anlaufstelle für Extremismus und Gewaltfragen Schweiz».

Ausgewiesener Erfolg

Insgesamt belaufen sich die Beiträge auf etwas weniger als eine Million Franken. Berücksichtigt werden bei der Vergabe Kriterien wie der zu erwartende Multiplikationseffekt des Projekts und der Bezug auf die aktuelle Bedrohungslage. Ein weiteres Kriterium ist der ausgewiesene Erfolg in der Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und Extremismus. Auch wird auf eine ausgewogene sprachregionale Verteilung geachtet, wie es in der Mitteilung heisst.

Der Aktionsplan ist Teil der bundesrätlichen Strategie gegen Terrorismus. Daneben sind Gesetzesänderungen geplant. Die Polizei soll zusätzliche Mittel erhalten, um ausserhalb von Strafverfahren gegen so genannte Gefährder vorgehen zu können. (sda)