Latzel interpretierte in seiner Kanzelrede in der Bremer Martini-Gemeinde eine Geschichte aus dem Alten Testament, in welcher der biblische Held Gideon ein Heiligtum der Gottheiten Baal und Aschera zerstört (Richter 6, Vers 25 bis 32). Der streng konservative Pfarrer wandte sich dabei gegen die Vermischung des Christentums mit fremden Religionen, insbesondere dem Islam. Zu Götzen und anderen Göttern sage Gott «umhauen, verbrennen, hacken, Schnitte ziehen». Gleichzeitig betonte Latzel, dass Christen den Muslimen mit Liebe und Barmherzigkeit begegnen, zwischen Sünde und Sündern unterscheiden sollten.
Demonstration von Kollegen
Für die verbalen Entgleisungen des 47-jährigen Pastors hat sich die evangelische Landeskirche Bremens inzwischen öffentlich entschuldigt. Am Mittwoch veranstalteten Dutzende von Latzels Pfarrerkollegen vor dem St.-Petri-Dom in der Hansestadt eine Protestaktion unter dem Titel «Zusammenstehen» und hielten anschliessend eine gemeinsame Andacht ab, um für eine weltoffene und dialogbereite Gesellschaft einzutreten. In einer gemeinsam veröffentlichten Erklärung heisst es: «Wir distanzieren uns entschieden von Fundamentalismus jedweder Art.»
Unterstützung von Konservativen
Seitens evangelisch-konservativer Christen erfährt Olaf Latzel dagegen grosse Unterstützung. Inzwischen wurde sogar ein Solidaritätsbündnis gegründet. Dieses hat sich mit einer Petition an die Bremer Staatsanwaltschaft gewandt, die gerade prüft, ob die beanstandete Predigt Straftatbestände wie Volksverhetzung oder Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft erfüllt.