Die Besetzung der Matthäuskirche am 7. Februar hat in Basel hohe Wellen geworfen. Nachdem das Migrationsamt am 3. März acht Besetzer verhaftet hatte, wurde den Basler Reformierten vorgeworfen, sich nicht genügend für eine Lösung eingesetzt zu haben.
Kirchenratspräsident Lukas Kundert erläuterte am 10. März in der «Basler Zeitung» seine Sicht der Dinge. Es lägen Informationen vor, «wonach die Besetzung der Matthäuskirche von Personen aus dem katholischen Milieu vorbereitet und durchgeführt worden ist.» Bei den Katholiken liege deshalb die Not der Erklärung, «weshalb Katholiken ihren Glauben an das Kirchenasyl nicht in einem eigenen Kirchengebäude praktizieren».
«Katholikenschelte»
Diese Worte sorgten für einige Unruhe nicht nur bei den Basler Katholiken, und ein ehemaliger Informationsbeauftragter der katholischen Kirche Basel verlangte von Kundert in der «Tageswoche» eine Entschuldigung.
Fünf Tage später sprach Kundert vor der katholischen Synode. Die «Tageswoche» schrieb: «Das geschieht nicht alle Tage: Der höchste Basler Reformierte trat als erster Redner bei der römisch-katholischen Synode auf – um sich für eine Entgleisung zu entschuldigen.» Und kath.ch titelte gar: «Reformierter Kirchenratspräsident entschuldigt sich für Katholikenschelte».
Der Wortlaut
Dies stimmt so aber nicht. Kundert hat sich nicht entschuldigt, sondern gesagt, dass es ihm «von Herzen» leid tue, dass das Wort «Milieu» in seinen Text in der «Basler Zeitung» eingeflossen sei. Milieu sei ein Kollektivbegriff, «von dem sich viele katholische Mitchristinnen und Mitchristen vereinnahmt und ‹mitgemeint› gefühlt haben», wie es im Wortlaut der Erklärung heisst.
Im Weiteren bekräftigte er die Ökumene und betonte: «Lassen wir uns … nicht auseinanderdividieren. Lassen wir uns nicht wegen einzelner Grenzüberschreitungen einander gram werden. Lassen wir uns nicht von der Empörungskultur in die Knie zwingen. Lassen Sie uns vielmehr weiterhin gemeinsam ein starkes Zeugnis für Jesus Christus ablegen.»