Kambodscha
Bomben in der Nähe von Angkor Wat
Seit Monaten gibt es Konflikte an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha. Die Schwere der Kämpfe hat weiter zugenommen, nun werden aus Kambodscha Bombenangriffe durch die thailändische Luftwaffe gemeldet.
Der indische TV-Sender «Oneindia News» berichtet, thailändische Bomben hätten die historische Tempelstadt Angkor Wat getroffen. Doch offenbar sind die Tempelanlagen bislang nicht in unmittelbarer Gefahr: Laut Medienberichten
Angkor Wat ist ein Unesco Welterbe und der grösste Touristenmagnet Kambodschas. Die mehrere Quadratkilometer grosse Anlage geht auf das 10. Jahrhundert zurück. Die Gebäude bestehen aus Sandstein und sind reich verziert. In der Nähe liegt die Stadt Siem Reap, die in der Schweiz bekannt ist durch die Kinderspitäler, welche der Schweizer Arzt Beat «Beatocello» Richner aufgebaut hat.
Kambodscha ist ein wirtschaftlich schwaches Land, das sich von der maoistischen Diktatur der Roten Khmer 1975-1978 nur langsam erholt. Damals fielen bis zu zwei Millionen Menschen der repressiven Politik zum Opfer. Ein wachsender Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Angesichts der Spannungen im Grenzgebiet zu Thailand haben etliche Staaten Reisewarnungen ausgesprochen, so auch das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA).
Thailand ist wirtschaftlich und militärisch stärker als Kambodscha. Das beliebte Ferienland ist eine konstitutionelle Monarchie. An den Hebeln der Macht sitzt jedoch der sogenannte «Nationale Rat zur Erhaltung des Friedens»: eine Militärführung, die aufgrund des aktuellen Kriegsrechts über weitgehende Befugnisse verfügt. (dst)