Berner Synodale bestätigen Austritt aus den Reformierten Medien

Nach mehrstündiger Debatte stellten sich die Synodalen der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn hinter ihre Exekutive: Sie unterstützten rückwirkend deren Entscheid, die Mitgliedschaft bei den Reformierten Medien zu kündigen.

Bereits im Oktober hatte der Synodalrat die Mitgliedschaft gekündigt. Die Synodalen lehnten nun einen Vorstoss zum Wiedereintritt ab. (Bild: Christoph Knoch)

Am Ende fiel das Resultat knapp aus: Mit 76 Ja- zu 87 Nein-Stimmen bei 12 Enthaltungen wurde ein Vorstoss abgelehnt, dem Verein Reformierte Medien (RM) wieder beizutreten. Die RM geben unter anderem das Magazin bref heraus und betreiben das Onlineportal ref.ch (siehe Kasten).

Der Synodalrat der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn hatte Anfang Oktober die Mitgliedschaft im Verein auf Ende 2018 gekündigt. Bekannt wurde das an der Generalversammlung der Reformierten Medien am 24. Oktober, bei der die Gesamtträgerschaft über den Entscheid aus Bern informiert worden war.

Der Austritt, aber auch die Tatsache, dass die Synode nicht darüber informiert worden war, hatte zu Protest geführt. Dieser zeigte sich unter anderem in einer dringlichen Motion des Synodalen Hans Ulrich Germann, die den Wiedereintritt in den Verein forderte. Damit wurde der Synodalratsentscheid auch zum Thema an der Wintersynode vom 12. und 13. Dezember.

«Nicht in die Schmollecke zurückziehen»

Die Diskussionen waren lang und kontrovers. Mehrere Sprecher bedauerten, vom Synodalrat nicht involviert worden zu sein. Einige betonten, wie wichtig es sei, dass die Reformierten Eingang in die Medienberichterstattung fänden, und appellierten an die Solidarität.

«Wenn eine Kirche sich aus dem Verein zurückzieht, hat das Auswirkungen für alle Reformierten in diesem Land – insbesondere für die kleineren Landeskirchen. Diese Konsequenzen sind zu weitreichend», sagte etwa Martin Sallmann. In eine ähnliche Kerbe schlug Rolf Schneeberger, der den Vergleich zog zu Menschen, die aus der Kirche austreten würden, dann aber dennoch gerne eine kirchliche Trauung hätten.

Mehrere Sprecher betonten zudem, dass Unzufriedenheit mit den Reformierten Medien eine Kündigung der Mitgliedschaft nicht rechtfertige. Das Argument des Synodalrats, man habe bei der Gesamtträgerschaft der RM keine Mehrheiten für die eigenen Anliegen gefunden, wollte etwa Robert Zimmermann nicht gelten lassen: «Dass die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn mehrmals überstimmt wurden, ist kein Grund, sich in die Schmollecke zurückzuziehen – das ist Demokratie.»

Rücktritt ist definitiv

Präsident Andreas Zeller entschuldigte sich bei den Synodalen für die «nicht ideale» Kommunikation und legte die Argumente des Synodalrats dar. So betonte er dessen Bereitschaft, das Onlineportal ref.ch sowie die Radio- und Fernseharbeit der Reformierten Medien weiterhin mittels Leistungsvereinbarungen zu unterstützen. Er verwies jedoch auf die hohen Kosten, die er beim Magazin bref ortete. Diese wolle der Synodalrat nicht mehr mittragen.

Mehrere Sprecher stellten sich hinter diese Argumentation. Zudem solle das Parlament den eigenen Synodalrat nicht desavouieren, indem es nun den Austritt rückgängig mache, sagte etwa Ursula Zehnder.

Am Ende folgte die Mehrheit der Synode ihrer Exekutive. Damit ist der Rücktritt der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn aus den Reformierten Medien definitiv.

Kirche budgetiert Defizit

Das zweite grosse Traktandum an diesem Tag war das Budget. Es prognostiziert für 2018 ein Minus von rund 511’000 Franken. Dies bei einem Aufwand von 27’847’000 Franken. Das Minus könne mit dem vorhandenen Eigenkapital gedeckt werden, die Liquidität sei nicht gefährdet, erklärte Synodalrätin Pia Grossholz. «Aus diesem Grund halten wir das budgetierte Defizit für tragbar.»

Der Voranschlag wurde von den Synodalen einstimmig genehmigt. Mehrere Sprecher wiesen aber darauf hin, dass die finanziellen Aussichten der Kirche «zwar nicht tiefschwarz, aber doch nicht ganz rosig» seien, wie es Urs Tännler von der Liberalen Fraktion ausdrückte.

Dies war bereits bei der Debatte zum Finanzplan 2018-2022 am Vortag deutlich geworden. Der Finanzplan ist geprägt von einem starken Mitgliederschwund und rückläufigen Gemeindeabgaben, die zu einem Minus von 740’000 Franken im Durchschnitt der fünf Planjahre führen. Allerdings betonte der Synodalrat, dass aussagekräftige Prognosen derzeit schwierig seien. Zu viele Aspekte wie etwa die Auswirkungen der nationalen Steuervorlage 17 oder des Berner Landeskirchengesetzes seien noch unklar.