Rund 25 Synodale meldeten sich zu Wort, wobei Zustimmung und Ablehnung sich in etwa die Waage hielten. Schliesslich sprachen sich 109 für das Projekt aus, 55 waren dagegen, 8 enthielten sich der Stimme. Ein Ergänzungsantrag, laut dem der Synodalrat 2017 der Synode Bericht erstatten muss und diese dann über Entwicklung und Weiterführung entscheiden kann, wurde ebenfalls angenommen.
Synodalratspräsident Andreas Zeller sagte in seiner Begründung: «Wenn der Wind weht, bauen manche Mauern, andere bauen Windmühlen». Es sei jetzt Zeit zu handeln, der Druck sei auch in der kirchlichen Medienlandschaft gross. Verhandlungen mit dem Kirchenbund, der Mitgliederzeitung «reformiert» und den «Reformierten Medien» für eine allfällige Zusammenarbeit hätten nicht zu befriedigenden Ergebnissen geführt. Mit der neuen Zeitschrift könnten verschiedene andere Publikationen gebündelt werden, es gäbe weniger Versände und der Beitrag an die «Reformierten Medien» könnte gekürzt werden.
Ungeklärte Fragen
Die Geschäftsprüfungs- und die Finanzkommission empfahl den Antrag zur Rückweisung. Das Projekt erschien ihr zu unausgegoren, um den Mehraufwand von 111‘000 Franken zuzüglich einer 80%-Stelle in diesem Stadium zu rechtfertigen. Auch sei nicht klar, ob bei diesem Produkt die Gratwanderung zwischen unbedingter Loyalität zu den Landeskirchen und einem distanziert-kritischen unabhängigen Journalismus gelingen könne. Andere Redner wiesen auf die grosse Heterogenität der Zielgruppen und die noch nicht befriedigende Klärung des Sprachenproblems hin.
Fast einstimmig und teils begeistert wurde dagegen die Prozessplanung für die «Vision Kirche 21» angenommen. Unter dem Motto «Fragen stellen – Antworten finden – Kirche sein» soll eine breite Konsultation über die «Zukunftsfähigkeit der Kirche» stattfinden. Die Ergebnisse werden in der Synode beraten, der Prozess soll 2017 mit der Entwicklung einer «Vision» und einem Grossevent abgeschlossen werden. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf 373‘000 Franken.
Auch der Kostenvoranschlag für 2015 wurde mit nur einer einzigen Gegenstimme angenommen. Er sieht für einen Gesamtumfang von rund 26 Millionen Franken einen leichten Aufwandsüberschuss von 82‘200 Franken vor.