Basel: Neuer Präsident für «Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft»

Die «Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft beider Basel» verabschiedete sich letzte Woche von ihrem bisherigen Präsidenten Nico A. Rubeli. Neuer Präsident ist der reformierte Kirchenratspräsident und Pfarrer Lukas Kundert.


An ihrer Generalversammlung am 19. Februar wählte die «Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft beider Basel» ihren neuen Präsidenten: den reformierten Basler Kirchenratspräsidenten und Pfarrer des Basler Münsters Lukas Kundert. Zum Vizepräsidenten wählte sie Yaron Nisenholz, Gemeinderabbiner der Israelitischen Gemeinde Basel.

Ein Präsidium dieser Besetzung sei einzigartig in der Schweiz, heisst es in der Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft. Es entspreche dem Selbstverständnis der CJA: mitmenschliche Verschiedenheit aus Respekt voreinander.

Der bisherige Präsident Nico A. Rubeli verabschiedete sich mit einem Referat zu den Wurzeln des Antisemitismus im Christentum und unserer Gesellschaft. Der christliche Theologe und Personalexperte übernimmt ab April das Gemeindepfarramt in Filisur GR. Rubeli zeigte in seinen Ausführungen, dass die gegenwärtige religiöse Gleichgültigkeit in der Gesellschaft nicht zu einem Verschwinden des Judenhasses geführt habe, sondern zu einer Verschlimmerung der genozidalen Gewalt, heisst es in der Pressemitteilung weiter.

«Religiöser Analphabetismus»
Lukas Kundert mahnte an der Generalversammlung, dass die Beziehungen zwischen den beiden Religionen, die Hasseskalationen verhindern helfen, noch nicht so tragfähig seien. Kundert und Nisenholz zeigten sich besorgt über den zunehmenden «religiösen Analphabetismus» in Basel. Auch sei die Gleichbehandlung der Geistlichen im öffentlichen Bereich der Arbeit von Nisenholz noch nicht überall verwirklicht, beispielsweise bei Besuchen des Rabbiners in Spital oder Gefängnis.