Banksy-Schiff nach Rettungseinsatz festgesetzt
Das Rettungsschiff «Louise Michel» ist von den italienischen Behörden für 20 Tage festgesetzt worden. Die privaten Seenotretter, die das Schiff betreiben, werden vom britischen Graffiti-Künstler Banksy unterstützt. Wie die Initiative mitteilte, hatte das Schiff zuvor mehr als 30 Flüchtlinge aus Seenot gerettet und auf der Mittelmeerinsel Lampedusa an Land gebracht.
Den Angaben zufolge wird der Crew des unter deutscher Flagge fahrenden Schiffes vorgeworfen, Anweisungen missachtet zu haben. Demnach sollte die «Louise Michel» nach der Rettung den Hafen der sizilianischen Stadt Pozzallo ansteuern. Wegen des vorhergesagten schlechten Wetters habe die Crew jedoch Kurs auf Lampedusa genommen und die Erlaubnis erhalten, die Überlebenden dort an Land zu bringen. Daraufhin sei das Schiff festgesetzt worden.
Unter der rechtsnationalen Regierung Italiens wurden neue Regeln für private Seenotretter erlassen. Immer wieder werden die Schiffe von Hilfsorganisationen nach Einsätzen für mehrere Tage festgesetzt. Die Organisationen und Initiativen kritisieren, dass sie durch die Festsetzungen auf dem Mittelmeer weniger präsent sind.
Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Eine staatlich organisierte Mission zur Rettung von Flüchtlingen gibt es nicht. Seit Beginn des Jahres sind laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehr als 1000 Flüchtlinge und Migranten bei der Überfahrt gestorben oder sie werden vermisst. Für das vergangene Jahr zählt die IOM mindestens 3155 Tote und Vermisste. (epd/ dst)