Zehn Menschen in Flüchtlingsboot ertrunken
Die Crew des Segelschiffs «Nadir» habe im Unterdeck eines mit Wasser vollgelaufenen Holzbootes zehn tote Menschen entdeckt, teilte der Verein Resqship mit. Die Crew habe das nicht seetaugliche Holzboot nach einem Notruf der Initiative Alarmphone gefunden.
Die Menschen im Unterdeck seien an Benzingasen erstickt oder ohnmächtig geworden und im vollgelaufenen Schiffsrumpf ertrunken, sagte der Skipper der «Nadir». Zwei bewusstlose Menschen konnten lebend aus dem Unterdeck gerettet werden.
Alle Überlebenden wurden laut Resqship an die italienische Küstenwache übergeben. Um den Transport der zehn Toten habe sich die Crew der «Nadir» gekümmert. Die Flüchtlinge und Migranten waren den Angaben zufolge aus Libyen gestartet. Die Hälfte von ihnen komme aus Bangladesch, hiess es. Auch Menschen aus Pakistan, Syrien und Ägypten seien an Bord des Holzbootes gewesen.
Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Seit Beginn des Jahres kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 923 Menschen bei der Überfahrt ums Leben oder sie werden vermisst. Die «Nadir» des 2017 gegründeten Vereins Resqship beobachtet die Fluchtbewegungen auf dem Mittelmeer. Immer wieder kommt der 19 Meter lange Motorsegler auch in Seenot geratenen Flüchtlingen zu Hilfe. (epd/ dst)