Wegen Hitze im Gefängnis: Aung San Suu Kyi in Hausarrest verlegt
Eine Reihe älterer oder anfälliger Gefangener sind in Myanmar aus einem Gefängnis verlegt worden. Dazu gehört auch die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Zum Neujahrstag in Myanmar kündigten die Militärherrscher zudem die Begnadigung von 3'303 Inhaftierten an, wie die Zeitung «Manmar Now» berichtet.
Laut der Militärregierung gaben die hohen Temperaturen den Ausschlag, Suu Kyis Gefängnisstrafe vorläufig zu einem Hausarrest zu ändern. Südostasien leidet seit einiger Zeit unter einer Hitzewelle. In Rangun, der Hauptstadt Myanmars, herrschen tagsüber 38 Grad, in der Nacht sinken die Temperaturen bloss auf 28 Grad Celsius.
Im Februar 2021 hatte das Militär gegen Suu Kyis regierende «Nationale Liga für Demokratie» (NLD) geputscht. Suu Kyi, Präsident Win Myint sowie zahlreiche weitere NLD-Mitglieder wurden festgenommen und mit Gerichtsverfahren überzogen. Suu Kyi war in mehreren Verfahren zu insgesamt 33 Jahren Haft verurteilt worden, im vergangenen Jahr wurde die Gefängnisstrafe auf 27 Jahre reduziert.
Seit dem Putsch geht die Militärjunta brutal gegen Widerstand aus der Bevölkerung vor. Laut der Gefangenen-Hilfsorganisationen AAPP wurden seit der Machtergreifung mehr als 26’500 Menschen in Myanmar aus politischen Gründen inhaftiert. Seit vergangenem November kämpfen Rebellen gegen das Militär im Nordosten des Landes (ref.ch berichtete). (epd/ dst)