Atomkraft-Gegner

Wie eine lachende Sonne zum Protestsymbol wurde

Vor 50 Jahren entwarf die Dänin Anne Lund das Logo «Atomkraft? Nein danke». Es wurde zu einem internationalen Zeichen des Protests – und zum Ärger der Erfinderin teilweise verändert.

Im Frühjahr 1975 gestaltete die dänische Studentin Anne Lund das Logo «Atomkraft? Nej tak». Die 21-Jährige wollte damit ein Zeichen für eine friedliche Anti-Atomkraft-Bewegung setzen.

Lund zeigte der Organisation für Aufklärung über Atomkraft (OOA) im dänischen Aarhus erste Entwürfe. Die Sonne mit dem Slogan überzeugte. Es entstanden 200 Sticker für die 1.-Mai-Demonstration.

Das Logo wurde in rund 60 Sprachen übersetzt und teils auch abgeändert. (Bildquelle: wikipedia)

Die OOA nutzte das Logo für ihre Aufklärung über Atomenergie. Dänemark hatte keine Atomkraftwerke, die Bewegung wollte das Land atomstromfrei halten.

Das Design – gelbe Sonne auf rotem Grund – sollte verbindend wirken. Es stand für Ablehnung der Atomkraft und für Dialog. Die Farben symbolisieren die Gefahr (Gelb/Schwarz) und ihre Umwandlung ins Positive (Rot).

Das Logo verbreitete sich schnell weltweit. Es wurde in rund 60 Sprachen übersetzt und millionenfach gedruckt. Die OOA behielt die Rechte und schloss Verträge mit Herstellern, um kommerziellen Missbrauch zu verhindern.

Heute sieht man das Logo seltener: Hier bei einer Demonstration gegen Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken in Deutschland im Jahr 2010. (Bild: Julia Beier / ausgestrahlt.de).

Da und dort wurde das Motiv verändert. In Deutschland waren beispielsweise auch radikalere Varianten mit Faust, Maske oder Werkzeug zu sehen. Anne Lund distanziert sich von diesen Versionen. Sie sieht das Original als überparteiliches Symbol ohne Konfrontation.

Heute sieht man das Motiv seltener. Anne Lunds Entwurf ist im Dänischen Nationalmuseum ausgestellt. (epd/ hz)

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