«An unserer Politik der Offenheit werden wir nichts ändern»

Der Verein Offene Kirche Bern ist Mitbenutzer der Heiliggeistkirche. Sein Präsident Conradin Conzetti erzählt, wie er die Bombendrohung gegen die Kirche erlebt hat und welche Schlüsse er daraus zieht.

Conradin Conzetti ist Präsident des Vereins Offene Kirche Bern.
Conradin Conzetti ist Präsident des Vereins Offene Kirche Bern. (Bild: ZVG)

Conradin Conzetti, waren Sie vor Ort, als am Freitagnachmittag die Bombendrohung einging?
Nicht direkt. Wir hatten im Verein gerade Sitzung und waren in den Büroräumen der Offenen Kirche, zwei Strassen von der Heiliggeistkirche entfernt. Am Schluss der Sitzung ist die Meldung von der Bombendrohung reingekommen. Wir sind dann sofort zur Heiliggeistkirche gegangen, wo aber alles schon abgesperrt war.

Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie von der Drohung erfuhren?
Meine Hauptfrage war: Was ist das für ein Mensch, was hat ihn zu seiner Drohung veranlasst? Im Moment wissen wir nicht, was sein Motiv war, und wir wissen nichts über seinen Hintergrund. Insofern kann ich dazu nichts sagen. Wichtig ist mir, dass man den Fall individuell anschaut und nicht eine Typisierung bastelt, indem man als erstes nach der Nationalität des Mannes fragt.

Sind in den Berner Kirchen nun grössere Sicherheitsvorkehrungen nötig?
Nein, das denke ich nicht. Es ist ja das erste Mal seit zwanzig Jahren, dass so etwas passiert ist. Im Ganzen gesehen leben wir in einem sehr sicheren Land und in einer sehr sicheren Stadt.

Was bedeutet der Vorfall für die Politik des Vereins Offene Kirche Bern?
An unserer Politik der Offenheit werden wir nichts ändern. Unsere Kirchentüren stehen nach wie vor allen Menschen aus allen Kulturen offen. (no)