Der Amazonas-Regenwald steht in Flammen
In Brasilien herrscht Sorge: Der Regenwald am Amazonas leidet unter einer Dürre. Flüsse trocknen aus und im Dschungel brennt es. Rund 14’000 Brände gab es in den ersten sechs Monaten des Jahres, wie laut der Tageszeitung «O Globo» aus Satellitenbildern des Weltraum-Forschungsinstitutes INPE hervorgeht. Das sind rund 60 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Mehr Brände im Amazonas wurden zuletzt 2004 registriert.
Greenpeace Brasilien erklärte, dass die meisten Feuer durch menschliches Handeln ausgelöst würden. Es gehe hauptsächlich darum, mehr Weide- und Ackerflächen zu gewinnen.
Rückläufig war der Verlust von Regenwald durch illegale Abholzung. Nach Angaben von INPE wurden vom 1. Januar bis zum 21. Juni 1525 Quadratkilometer abgeholzt – das entspricht in etwa der Fläche des Kantons Aargau. Im selben Zeitraum 2023 waren es noch über 2600 Quadratkilometer gewesen. Im vergangenen Jahr hatte sich die Abholzung im Vergleich zu 2022 bereits halbiert.
Brasiliens linksgerichteter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte bei Amtsantritt vor eineinhalb Jahren versprochen, die illegale Abholzung komplett zu stoppen. Unter seinem Vorgänger Jair Bolsonaro war die Vernichtung des Regenwaldes um 70 Prozent angestiegen. Bolsonaro hatte systematisch Gesetze und Kontrollen zum Schutz des Amazonas geschwächt sowie den Behörden Finanzierung und Personal entzogen.
Die Amazonas-Region durchleidet gerade eine historische Dürre, in der Flüsse austrocknen und Gemeinden isoliert sind. Die Trockenheit wird durch eine Summe von Faktoren wie dem Wetterphänomen El Niño, der globalen Klimakrise, der Erwärmung des Nordatlantiks und auch der Abholzung des Regenwaldes verursacht. (epd/ dst)