Am Basler Kinderspital läuft die Seelsorge nur noch auf Sparflamme

Mehrere Monate gab es am Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) keine Seelsorge mehr. Das Spital hatte den Vertrag mit den reformierten und katholischen Kirchen per Ende 2016 überraschend gekündigt. Nun wollen Spitalleitung und Kirchen die Seelsorge neu organisieren.

Die Landeskirchen sind am Basler Uni-Kinderspital nur noch mit einer 20-Prozent-Stelle vertreten.
Die Landeskirchen sind am Basler Uni-Kinderspital nur noch mit einer 20-Prozent-Stelle vertreten. (Bild: Keystone/Branko de Lang)

Seit 1. September gibt es am Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) wieder ein landeskirchliches Seelsorgeangebot. Darauf einigten sich Spitalleitung und die beteiligten reformierten und römisch-katholischen Landeskirchen der beiden Kantone. Die neue Seelsorgerin wird vorläufig in einem Pensum von 20-Stellenprozent am UKBB tätig sein. Nachdem das Spital die Verträge mit den Landeskirchen per Ende 2016 überraschend gekündigt hatte, waren diese mehrere Monate nicht mehr vor Ort vertreten.

Vereinbarung ohne Vertrag

Noch liegt allerdings kein neuer Vertrag vor. UKBB-Chef Marco Fischer erklärte auf Anfrage, man wolle erst in einer ein- bis zweijährigen Testphase eruieren, welches die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten seien. «Dies betrifft auch Art und Umfang einer allfälligen Festanstellung. Erst danach werden wir einen konkreten Antrag an die Landeskirchen stellen.»

Bis Ende 2016 waren die Landeskirchen noch mit insgesamt 80 Stellenprozenten am UKBB vertreten. In seiner Kündigung hatte das Spital beanstandet, eine fixe Seelsorge vor Ort entspreche nicht mehr den Bedürfnissen der Patienten. Insbesondere wünsche man keine aufsuchende Seelsorge, also unaufgeforderte Besuche am Krankenbett, mehr.

Noch nicht zufrieden

Ob die 80 Stellenprozente in naher Zukunft wieder erreicht werden, ist ungewiss. Cornelia Hof-Sippl, bei der Reformierten Landeskirche Basel-Landschaft zuständig für das Ressort Diakonie und Seelsorge, freut sich zwar über die Verhandlungsbereitschaft des Spitals. Für die Zukunft wünscht sie sich jedoch ein höheres Seelsorge-Pensum: «Unser Ziel ist schon, dass wir das aktuelle Pensum mit der Zeit ausbauen können. Die früheren 80 Prozent sind aber wohl nicht mehr realistisch.» Auch der Landeskirchenratspräsident der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Landschaft Ivo Corvini lässt keinen Zweifel daran, dass er mit der aktuellen Lösung noch nicht zufrieden ist: «Mit den 20 Stellenprozenten ist immerhin ein Anfang gemacht. Aber das kann nicht reichen.»

Seelsorge soll wieder ökumenisch werden

Corvini betont zudem, wie wichtig es ist, die Seelsorge auch vertraglich zu verankern: «Ansonsten müssen wir bei jeder Vakanz wieder neu verhandeln.» Zentral ist für ihn ausserdem, dass die Seelsorge am UKBB in absehbarer Zeit wieder ökumenisch wird. Zurzeit werden die 20 Stellenprozente von einer reformierten Seelsorgerin wahrgenommen. Vor der Kündigung hatten sich eine reformierte und eine katholische Seelsorgerin die Aufgabe geteilt.