UN-Bericht

Alle sieben Sekunden kommt es zu einem Todesfall bei einer Geburt

Corona-Pandemie, steigende Armut und verschiedene humanitäre Krisen haben sich weltweit negativ auf die Gesundheitssysteme ausgewirkt. Darunter leiden Mütter und Babys.

Jedes Jahr sterben laut den Vereinten Nationen mehr als 4,5 Millionen Babys und Mütter vor, während oder kurz nach der Geburt. Das entspricht einem Todesfall alle sieben Sekunden. Die meisten Todesfälle könnten durch eine bessere medizinische Betreuung und eine angemessene Ausstattung der Geburtsstationen vermieden werden, erklärte die WHO-Direktorin für Mütter und Neugeborene, Anshu Banerjee, am 9. Mai in Kapstadt.

Mehr Investitionen nötig

Seit 2015 sei die Sterblichkeit bei Müttern und Neugeborenen sowie die Zahl der Totgeburten nicht verringert worden. Der Hauptgrund sei das gesunkene Investitionsvolumen in das Gesundheitswesen. Zudem hätten die Corona-Pandemie und humanitäre Krisen zu Rückschlägen geführt. Das sei inakzeptabel, so Banerjee. «Wir müssen jetzt in die medizinische Grundversorgung investieren, damit alle Frauen und Babys – egal wo sie leben – die besten Chancen auf Gesundheit und Überleben haben.»

Die UN präsentierten bei einer Gesundheits-Konferenz in Kapstadt einen neuen Bericht zu Todesfällen während der Schwangerschaft, der Geburt und kurz danach.

 

Nur ein Drittel der Länder verfüge nach eigenen Angaben über genügend Stationen, um zu kleine und kranke Babys zu behandeln. Gleichzeitig gelten rund zwei Drittel der Notgeburtseinrichtungen in Afrika südlich der Sahara als nicht voll funktionsfähig. Es fehle an Medikamenten und Zubehör, Wasser, Strom oder Personal für eine 24-Stunden-Betreuung. Diese Mängel gefährdeten das Leben der Kinder und Mütter. Neben afrikanischen Ländern seien Staaten in Zentral- und Südasien besonders von der Sterblichkeit betroffen.

Gleichstellung fördern

Um die Überlebensraten zu erhöhen, müssten Frauen und Babys vor, während und nach der Geburt eine hochwertige und erschwingliche Gesundheitsversorgung erhalten. Es würde mehr qualifiziertes Gesundheitspersonal, insbesondere Hebammen, benötigt, ebenso Medizin, Wasser und eine zuverlässige Stromversorgung.

Weiter weist der Bericht darauf hin, dass schädliche Geschlechternormen, Vorurteile und Ungleichheiten bekämpft werden müssten. Jüngste Daten zeigten, dass nur etwa 60 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren ihre eigenen Entscheidungen in Bezug auf sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte treffen können. (epd/vbu)