AI: Kirchen wollen Stimmrecht für Ausländer

Die Kirchgemeinden im Kanton Appenzell Innerrhoden wollen über eine Einführung des Stimm- und Wahlrechts für Ausländer bestimmen können. Weil dazu eine Verfassungsänderung notwendig ist, reichten sie am Mittwoch beim Kanton eine Initiative ein.

Die reformierte Kirche in Appenzell. Die einzige reformierte Kirchgemeinde in Innerrhoden zählt knapp 1'400 Mitglieder. (Bild: zVg)

Das Initiativkomitee begründet sein Vorgehen in einer Medienmitteilung. Es entspricht dem Geist des Christentums, dass in der Kirche alle getauften und kirchlich mündigen Personen gleichberechtigt sind, heisst es darin. Das Stimm- und Wahlrecht fördere die kirchliche Integration ausländischer Mitchristen. Das gelte besonders für jene Gemeindeglieder, die sich in den Kirchen längst engagieren und allenfalls auch bereit wären, auf behördlicher Ebene Verantwortung zu tragen.

Mit der Annahme der «Initiative zur freiwilligen Einführung des Ausländerstimmrechtes für Kirchgemeinden» könnten die mehrheitlich katholischen Pfarreien im Kanton und die reformierte Kirchgemeinde in Appenzell eigenständig über das Stimm- und Wahlrecht für Ausländerinnen entscheiden. Dieses wurde in den meisten Schweizer Kirchen bereits eingeführt.