Aargauer Landeskirche streicht Baubeiträge an ihre Gemeinden

Ab 2019 zahlt die Reformierte Landeskirche keine Beiträge mehr an Bauvorhaben. Das Kirchenparlament hat den entsprechend Antrag des Kirchenrats angenommen.


Die Synodalen der Reformierten Landeskirche Aargau haben an ihrer Sitzung entschieden, dass die Kirche ab Januar 2019 keine weiteren Baubeiträge an die Kirchgemeinden auszahlt. Die Neuregelung war entsprechend umstritten, wie die Landeskirche am 21. November schreibt.

Angebot statt Immobilien

Die Baubeiträge seien im Prinzip vorgezogene Zahlungen aus dem kirchlichen Finanzausgleich gewesen. Dieser Fond sei unterdessen zu stark geschrumpft, argumentierte der Kirchenrat. Die Beiträge könnten künftig nicht mehr in dieser Form finanziert werden. Die Bauvorhaben finanzschwacher Kirchen würden weiterhin indirekt unterstützt, bestätigt die Landeskirche auf Anfrage von ref.ch. Diese Kirchen hätten ohnehin Anspruch auf Finanzausgleich.

Von der neuen Regelung seien die finanzstärkeren Gemeinden betroffen, die bisher auch Baubeträge erhalten hatten. Diese müssten nun entsprechend die Immobilienstrategie anpassen. An der Synode argumentierte die Geschäftsprüfungskommission ähnlich. Kirchgemeinden sollten demnach in Personal und Angebote und nicht nur in den Erhalt von Bauten investieren.

In den letzten Jahren haben die Baubeiträge massiv zugenommen.  Vor zehn Jahren seien durchschnittlich 135’000 Franken pro Jahr ausgeschüttet worden. In den letzten drei Jahren seien es 211’000 Franken gewesen, schrieb das kirchliche Informationsmagazin a+o im Oktober. Der Kirchenrat habe mehrere alternative Finanzierungsmodelle geprüft. Diese hätten jedoch eine Erhöhung der Zentralkassenbeiträge oder einen Leistungsabbau der Landeskirche zur Folge gehabt. Angesichts der sinkenden Steuereinnahmen konnte keines der Modelle überzeugen.

Rotes Budget 2019

Weiter erhöhte die Synode die Beiträge an die christlichen Jugendorganisationen CVJM (Cevi) und Blaues Kreuz. Der Kirchenrat wollte gemäss Mitteilung den Beitrag an den CVJM um 20’000 Franken kürzen und den Beitrag für das Blaue Kreuz entsprechend aufstocken. Die Synode habe jedoch die Beibehaltung des Betrages ausgesprochen. Damit beträgt der voraussichtliche Verlust im Budget 2019 rund 185’000 Franken.

Die Synode hat ausserdem das neue Lohnsystem für Kirchenmusiker angenommen. Bisher habe das Lohnsystem zu einseitig den Orgeldienst berücksichtigt. Das neue System entspreche nun heutigen Ausbildungen und den neueren Formen der Kirchenmusik, wie die Landeskirche schreibt.

Zum Schluss verabschiedete Synodepräsident Roland Frauchiger die Kirchenratsmitglieder Daniel Hehl und Hans Rösch, die zum Ende der Amtsperiode 2018 zurücktreten. (pd)