Mittelmeer

43 Tote bei Bootsunglück

Erneut sind vor Italiens Küste Flüchtlinge ertrunken. Private Seenot-Retter mahnen sichere und legale Fluchtwege an.

Bei einem Bootsunglück auf dem Mittelmeer sind 43 Flüchtlinge ums Leben gekommen. 80 Menschen konnten gerettet werden, wie die italienische Küstenwache am Sonntag auf Twitter mitteilte. Seit gestern Abend sei sie mit der Suche und Rettung der Überlebenden beschäftigt.

Laut der italienischen Küstenwache ist das Boot an der Küste bei Crotone im Süden Italiens auseinandergebrochen. Die Suche werde unter anderem mit Flugzeugen und dem Einsatz von U-Booten fortgesetzt.

«Inhuman, inakzeptabel»

Sergio Di Dato, Projektkoordinator Flucht und Migration von «Ärzte ohne Grenzen» Italien, beklagte am Sonntag, dass im Mittelmeer «weiterhin unaufhörlich Menschen durch ein Vakuum an Rettungskapazitäten» zu Tode kämen. Nur wenige Kilometer vor der italienischen Küste seien Dutzende Menschen ertrunken, die ein sicheres Leben in Europa gesucht hätten.

«Es ist inhuman, inakzeptabel und unverständlich, dass wir immer wieder Zeugen von diesen vermeidbaren Tragödien werden.» «Ärzte ohne Grenzen» habe den italienischen Behörden angeboten, psychologische Ersthilfe für die Überlebenden zu leisten.

Eine staatlich organisierte Seenotrettung gibt es auf dem Mittelmeer nicht, lediglich die Schiffe privater Hilfsorganisationen halten Ausschau nach in Not geratenen Flüchtlingen und Migranten. Allerdings geht die rechtsextreme italienische Regierung entschieden gegen private Rettungsorganisationen im Mittelmeer vor. Italienische Behörden hätten das Rettungsschiff von «Ärzte ohne Grenzen» im Mittelmeer beschlagnahmt, teilte die Organisation auf Twitter mit.

Weitere Katastrophe

Die Rettungsorganisation Sea-Watch sprach am Sonntag auf Twitter von einer weiteren «Katastrophe an den Grenzen eines Europas, das Menschen nur die Flucht übers Meer als letzten Ausweg lässt.» Man sei in Trauer um die Toten und in Gedanken bei Überlebenden und Angehörigen.

Bei der gefährlichen Flucht über das Mittelmeer kamen laut der Internationalen Organisation für Migration im vergangenen Jahr mindestens 2367 Flüchtlinge und Migranten ums Leben oder werden vermisst. (epd/hz)