Ostdeutschland

20 Jugendliche verprügeln zwei Mädchen aus Ghana

Ein mutmasslich rassistischer Angriff wühlt die deutsche Politik auf. Jugendliche haben zwei dunkelhäutige Mädchen geschlagen. Die Kinder sind acht und zehn Jahre alt.

Nach dem Angriff auf zwei Mädchen aus Ghana im ostdeutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) auf dem Kurnachrichtenportal X geschrieben: «Kinder rassistisch zu beschimpfen und brutal zu attackieren, zeugt von dumpfem Hass und unfassbarer Unmenschlichkeit.» Auch die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD) sowie die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Katrin Göring-Eckardt (Grüne), verurteilten die Tat.

Am Freitagabend sind laut Polizei zwei Mädchen aus Ghana im Alter von acht und zehn Jahren auf offener Strasse von einer Gruppe Jugendlicher angegriffen worden. Die Mädchen waren gegen 19.30 Uhr draussen unterwegs, als sie auf etwa 20 Heranwachsende trafen, wie die Polizei mitteilte. Eins der Mädchen und ihr Vater wurden leicht verletzt und mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

Dem jüngeren Mädchen sei unter anderem ins Gesicht getreten worden. Als die Eltern der Kinder hinzukamen, soll die Auseinandersetzung weitergegangen sein. Als die Polizei eintraf, soll eine Person die Familie im Weggehen noch fremdenfeindlich beleidigt haben. Die Polizei kündigte an, ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung und Beleidigung einzuleiten.

Katrin Göring-Eckardt (Grüne) forderte Konsequenzen aus dem Vorfall: «Es braucht einen Aufstand der Anständigen», sagte sie. Rassismus sei in Deutschland nie weg gewesen, sondern habe sich in der Gesellschaft eingenistet. «Rassisten trauen sich heutzutage wieder, lauter und hemmungsloser zu hetzen. Dem muss eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft und ein wehrhafter Rechtsstaat konsequent und mit voller Härte Einhalt gebieten», forderte Göring-Eckardt.

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider (SPD), ergänzte im «Tagesspiegel», dass diese «abscheuliche Gewalttat gegen Kinder» nicht nur ein Zeichen von Rassismus sei, sondern für eine zunehmende Verrohung in der Gesellschaft stehe. (epd/ dst)