Kaum merklich gleitet die Autofähre aus dem Romanshorner Hafen hinaus. «Wir wünschen Ihnen eine erholsame Überfahrt», tönt es aus dem Lautsprecher. 41 Minuten dauert die Reise, bei Nebel oder starkem Seegang auch mal etwas länger.
Die «Euregia» schaukelt leicht, die Motoren surren monoton, frische Seeluft bläst ins Gesicht. Die Augen schweifen in die Ferne – die Gedanken auch.
Es gibt Tage, da ist das baden-württembergische Ufer zum Greifen nah. Dann wieder ist es kaum sichtbar. Draussen auf dem Wasser, irgendwo zwischen da und dort, stellt sich ein Gefühl ein, als wäre man auf einem Hochseefrachter.
Im Stundentakt pflügen sich die Bodenseefähren durchs «Schwäbische Meer». Rund 600’000 Personen und 150’000 Fahrzeuge befördern sie jährlich. Es gibt auch ruhige Momente: ausserhalb der Ferien-, Messe- und Pendlerzeiten. Und wenn die Wolken tief hängen. Dann ist ausser einigen LKW-Fahrern und der Buffetdame kaum ein Passagier im Bordrestaurant.
Dann findet der Reisende hier Zeit, um abzuschalten, nichts zu tun. Zeit für Kopfferien eben.
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Raum der Stille Nr. 3: Keller, Kirche St. Jakob, Zürich
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