Raum der Stille Nr. 2: Fischen am Wägitalersee

Das Portal ref.ch stellt in einer Serie 15 ausgewählte Räume der Stille vor. Teil 2: Fischen am Wägitalersee.

(Bild: Michel Gilgen)

Ein frischer Sommermorgen. Die Berge spiegeln sich übernatürlich klar im See. Drei Fischer am Ufer: Heinz (Bild) fischt seit 25 Jahren hier, Kollege René schleudert den Zapfen rund dreissig Meter sirrend in den See. Er klatscht ins Wasser, kleine Ringe breiten sich aus. In der Ferne tuckert ein Boot.

«Badewannen-Fischen» sei das hier, sagt Bernhard, der dritte Fischer in Faserpelz, Gummistiefeln und mit Dächlikappe. Einmal im Monat werfe ein Zisternenwagen drei Tonnen Zuchtforellen in den See. Am Wochenende sei es fertig mit der Ruhe, dann finde eine Völkerwanderung statt.

«Hier kann ich entspannen und runterfahren. Der See zieht mich magisch an. Auch wenn ich sage: Dieses Jahr gehe ich nicht, gehe ich trotzdem», sagt Heinz. Er sitzt auf einem Campingstuhl. Bernhard nestelt an einer Rute. René steht da, Hände in den Hosentaschen, sein Blick wird unscharf, schweift unbestimmt über den See. Die Gedanken treiben.


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