Zusammen kochen, zusammen leben

Diakon Rémy Beusch führt in der Küche des Kirchgemeindehauses in Uster regelmässig interkulturelle Kochabende durch. Sein Projekt «Treffpunkt Küche» wurde nun mit dem StopArmut-Preis der Schweizerischen Evangelischen Allianz ausgezeichnet.

Rémy Beusch.
Rémy Beusch. (Bild: zVg)

Herr Beusch, an Ihren Kochabenden lernen Schweizer unter Anleitung von Flüchtlingen afghanische oder syrische Gerichte kochen. Geht Integration durch den Magen?
Ja, unsere Kochkurse sind  für beide Seiten eine gute Gelegenheit, der jeweils anderen Kultur näherzukommen, denn es wird ja nicht nur zusammen gekocht, sondern vor allem auch zusammen gegessen. Wichtig ist mir einfach, dass die Flüchtlinge auch mal die Chance bekommen, als Experten und nicht nur als Hilfsempfänger wahrgenommen zu werden. Durch die Kurse können sie einige ihrer Fertigkeiten zeigen und der Gemeinschaft etwas zurückgeben.

 

Viele der Flüchtlinge, die einen Kochkurs bei Ihnen leiten, kennen Sie bereits?
Ja, die meisten kenne ich aus den sozialen Beratungen im Rahmen meiner diakonischen Tätigkeit. Das sind Leute, die aus irgendeinem Grund Hilfe bei mir gesucht haben, etwa weil sie Schwierigkeiten bei der Wohnungs- oder Stellensuche hatten. Ich spreche Sie dann direkt an, ob Sie Lust hätten, an einem Abend eine Spezialität aus Ihrer Heimat zu kochen.

 

Und das Angebot findet Anklang?
Wir haben jedesmal etwa zehn bis zwölf Schweizer in den Kochkursen. Die bringen dann ihre Familien zum Essen mit, sodass zusammen mit den Familien der Köche am Ende 30 bis 50 Leute zusammenkommen. Viele kommen einfach aus Neugier, andere, weil sie bereits einen Bezug zum Themenland haben.

 

Sie nennen Ihre Kochabende auch «Kulinarische Weltreise» – Welche Region ist denn besonders empfehlenswert?
Das könnte ich nicht sagen. Ich mag überhaupt internationale Küche.

 

Zu den Kochabenden bei «Treffpunkt Küche»