In einer gemeinsamen Medienmitteilung setzen sich die Zuger Kirchen für ein unabhängiges Radio- und Fernsehangebot in der Schweiz ein. Für die Abstimmung am 4. März über die Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren empfehlen sie ein Nein. Bei einer Annahme der «No-Billag-Initiative» würde die öffentliche Meinungsbildung verstärkt von ausländischen oder finanzstarken Medienhäusern dominiert, schreiben die Kirchen am 25. Januar.
«Die Abschaffung der Gebühren beeinträchtigt die Demokratie, den Dialog zwischen Kulturen, Religionen und gesellschaftlichen Gruppen sowie den Schutz von Minderheiten», sagt der reformierte Kirchenratspräsident Rolf Berwger in der Mitteilung. Alfredo Sacchi, Dekan der katholischen Kirche, ergänzt, dass sich gerade die Vielfalt an religiösen, ethischen und spirituellen Themen nur mit einem Programmauftrag und Gebühren finanzieren lasse. Diese Themen müssten weiterhin aufgegriffen und ausgewogen dargestellt werden.
Kirchliche Themen in den Medien
Die beiden Zuger Kirchen schliessen sich mit ihrer Ablehnungsempfehlung der Schweizer Bischofskonferenz, der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz und dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund an. Mit der gemeinsamen Erklärung habe man zeigen wollen, dass es ein ökumenisches Anliegen sei, sagt Berweger gegenüber ref.ch. Ausserdem sei es für beide Zuger Kirchen wichtig, dass die Medien über kirchliche Themen berichten. Ohne Gebühren wären Sendungen wie das «Wort zum Sonntag» oder die «Radiopredigt» nicht möglich. Diese Sendungen seien vor allem für ältere Menschen wichtig. (pd)