Über tausend Personen nahmen am 31. Mai Abschied von Ernst Sieber: Im bis auf den letzten Platz besetzten Grossmünster in Zürich gedachten sie dem an Pfingsten im Alter von 91 Jahren verstorbenen Pfarrer. Er hatte sich zeitlebens für Obdachlose, Randständige und Süchtige eingesetzt.
Die offizielle Trauerfeier begann kurz nach 14 Uhr und wurde von Pfarrer Christoph Sigrist gestaltet. Verschiedene Wegbegleiter würdigten das Leben und Wirken von Ernst Sieber. Das Wort ergriffen unter anderem die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) und die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP).
Ernst Sieber hatte seine Laufbahn als Bauernknecht im Welschland begonnen. Nachdem er auf dem zweiten Bildungsweg die Matura nachgeholt hatte, entschloss er sich zum Studium der Theologie, das er 1956 mit der Ordination beendete.
Siebers soziales Engagement
Im harten Winter im Jahr 1963, als der Zürichsee zufror, initiierte Sieber im Bunker am Zürcher Helvetiaplatz eine Obdachlosengemeinschaft. Diese gilt als Grundstein für alle weiteren Dorfgemeinschaften und Einrichtungen, die der engagierte Pfarrer in den folgenden Jahrzehnten gründete.
Am 2. Juni findet eine weitere Erinnerungsfeier statt. Beim Pavillon auf dem Platzspitz, der für Siebers Arbeit von grosser Bedeutung war, kann die breite Öffentlichkeit von 14 bis 17 Uhr Abschied nehmen. Neben vielen seiner Freunde von der Gasse werden auch Vertreter aus diversen Bereichen der Gesellschaft in kurzen Ansprachen an ihre persönlichen Begegnungen mit Ernst Sieber erinnern, wie die Sozialwerke Pfarrer Sieber angekündigt haben. (sda)