Zürcher Reformierte rechnen 2019 mit roten Zahlen

Die Zürcher Landeskirche hat nach mehreren Jahren mit schwarzen Zahlen für 2019 einen Verlust von über einer Million Franken budgetiert.


Das reformierte Kirchenparlament des Kantons Zürich hat an seiner Sitzung das Budget für das nächste Jahr angenommen. Die Kirche rechne mit einem Verlust von 1,37 Millionen Franken, teilt sie am 27. November mit. Dies nachdem sie mehrere Jahre nacheinander schwarze Zahlen geschrieben hatte.

Neue Kosten und sinkende Steuereinnahmen

Als Grund für die roten Zahlen nennt die Landeskirche sinkende Steuereinnahmen. 2019 seien dies rund 1,5 Millionen Franken weniger als 2018. Ausserdem werde die Kirche die Kosten für die Seelsorge in Pflegezentren der Stadt Zürich übernehmen. Diese betragen laut Mitteilung rund eine Million Franken.

Für die Kirchgemeinden bleibe die Belastung gleich wie in den letzten Jahren. Wegen des Mitgliederrückgangs rechne man langfristig mit weniger Einnahmen. Für das übernächste Jahr erwarte man wegen der «Steuervorlage 17» einen markanten Einbruch bei den Beiträgen juristischer Personen. Gemäss einer vorläufigen Schätzung rechne man mit einem Rückgang von 7,5 Prozent bei den Nettosteuern. Die Vorlage betrifft die Besteuerung juristischer Personen in der Schweiz und somit auch die Zürcher Kirchensteuer.

Synode spricht Hilfskredite

Das Kirchenparlament hiess neben dem Budget auch einen Rahmenkredit  von 750’000 Franken für die Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration gut. Die Fachstelle setzt sich für den Schutz und die Rechte von Migrantinnen ein, die von Gewalt und Ausbeutung betroffen sind. Das Geld komme Opfern von Menschenhandel im Asylbereich zugute. Diesen Menschen sei der Zugang zur Unterstützung und zum Schutz aktuell noch versperrt. Zusammen mit der katholischen Kirche schliesse man eine Lücke im Opferschutz.

Ausserdem bewilligte die Synode einen weiteren Kredit von drei Millionen Franken. Das Geld gehe in den nächsten drei bis vier Jahren an Kirchgemeinden, die wegen Gemeindefusionen im Rahmen des Projekts «Kirchgemeinde Plus» finanziell überdurchschnittlich belastet werden. Zusammenschlüsse von Kirchgemeinden sollten nicht aus finanziellen Gründen scheitern, schreibt die Landeskirche. (pd)