Der reformierte Pfarrer Thomas Muggli-Stokholm hat mit seiner Karfreitagspredigt die Jury des internationalen ökumenischen Predigtpreis überzeugt. Muggli-Stokholm ist der erste Schweizer seit dem Berner Pfarrer und Schriftsteller Kurt Marti, der diesen Preis gewinnen konnte. Marti wurde im Jahr 2005 der Predigtpreis für sein Lebenswerk verliehen.
«Thomas Muggli-Stokholm schuf eine andere Sicht auf den Jünger Judas. Judas war nicht allein am Tod Jesu schuldig», heisst es in einer Medienmitteilung vom 26.Oktober. Sein Verrat gehöre zu der Passion Jesu wie das Urteil des Pilatus, die aufgebrachte Menge Jerusalems und die strengen jüdischen Priester seiner Zeit. Während die Jünger Jesu fliehen, stelle sich Judas der Obrigkeit und wolle den Lohn für den Verrat nicht für sich behalten.
Jenseits einer systematisch-theologischen Reflektion
«Pfarrer Muggli-Stokholm ermöglicht seinen Predigthörern einen anderen Zugang zu Karfreitag jenseits einer blossen systematisch-theologischen Reflektion und traditionellen Auslegung», heisst es in der Mitteilung weiter.
Neben Muggli-Stokholm gewann auch die deutsche alt-katholische Pfarrvikarin Alexandra Pook den Predigtpreis.
Die Preise werden zum 18. Mal am 22. November, traditionell am Buss- und Bettag, in der Bonner Schlosskirche der Universität in Deutschland vergeben. (bat)