ZH: Kritik an ökumenischem Abendmahl

Die offizielle katholische Kirche distanziert sich von der Eucharistiefeier der ökumenischen Tischgemeinschaft Symbolon, die für den 29. Juni angekündigt ist. Die Reformierten haben für diese Haltung Verständnis. Ökumene an sich ist aber beiden Seiten ein Anliegen.


Am 29. Juni will die ökumenische Tischgemeinschaft Symbolon, eine private Organisation, in Gfenn bei Dübendorf ein ökumenisches Abendmahl zelebrieren. Drei reformierte Pfarrer, ein orthodoxer und zwei katholische Priester wollen daran teilnehmen.

Gerhard Traxel, reformierter Pfarrer und Präsident der ökumenischen Tischgemeinschaft, zeigte sich gegenüber der Nachrichtenagentur sda nicht überrascht von der ablehnenden Haltung der offiziellen Kirche.

Als Generalvikar für die Kantons Zürich und Glarus, distanziere er sich von der geplanten Eucharistiefeier, schreibt Generalvikar Josef Annen in einem Communiqué vom 24. Juni. Damit werde ein falscher Schritt «in den drängenden Anliegen der Ökumene» getan.

Kirchenratspräsident Michel Müller versteht die Besorgnis, wie er zur Nachrichtenagentur sda sagte. Er teile die Auffassung, dass ein solches Manifest ein falsches Zeichen sei. Er findet es auch «unwürdig, eine Eucharistiefeier zur Demonstration zu machen». Zwar seien nach reformierter Auffassung «alle eingeladen an den Tisch des Herrn». Man könne aber das eigene theologische Verständnis anderen nicht aufzwingen.

Laut Arnold Landtwing, Sprecher des Generalvikariates, ist die Tischgemeinschaft Symbolon nicht die erste private Organisation, welche eine Veranstaltung durchführt, die von den kirchlichen Entscheidungsträgern nicht mitgetragen wird. Es komme immer wieder vor, dass private Gruppen «einen Schritt weiter» seien, als die offizielle Kirche.