ZH: Jelmoli bietet muslimischen Kunden Gebetsraum an

Muslimische Kunden, die während der Shoppingtour beten wollen, können sich im Jelmoli in Zürich seit neuestem in einen eigens dafür bereitgestellten Raum zurückziehen. Das Angebot gilt vorderhand bis Ende August. Wie es nachher weitergeht, ist noch nicht entschieden.

Das Warenhaus Jelmoli in Zürich.
Das Warenhaus Jelmoli in Zürich. (Bild: Wikimedia)

Jelmoli-Sprecherin Barbara Kallenberg bestätigte am Freitag eine Meldung der Zürcher Landzeitungen, wonach seit Anfang Woche im Warenhaus an der Bahnhofstrasse muslimischen Kunden ein Gebetsraum zur Verfügung steht. Die Idee sei sehr spontan entstanden.

Sie war eine Reaktion darauf, dass immer wieder Kundinnen und Kunden aus arabischen Ländern beim Beten im Warenhaus beobachtet wurden. Man biete den Raum jetzt zunächst einmal für die Ferienzeit bis Ende August an. Dass man das Angebot längerfristig aufrechterhalte, schliesse man nicht zum Vorneherein aus, sagte Kallenberg.

Wie Daniela Bär von Schweiz Tourismus zur Nachrichtenagentur sda sagte, sind Gäste aus den Golfstaaten ein deutlich wachsendes Kundensegment in der Schweiz. Für Bär ist zwar ein Gebetsraum in einem Warenhaus etwas Neues, sie weiss aber von vielen anderen speziellen Angeboten.

Sie seien als «Zeichen der Gastfreundlichkeit» zu verstehen. Schweiz Tourismus habe zudem mit Hotellerie Suisse Broschüren erarbeitet, welche die Gepflogenheiten von Besuchern aus fernen Ländern wie etwa Indien oder den Golfstaaten erläutern. Diese werden laut Bär der Branche zur Verfügung gestellt.

Von einem Gebetsraum in einem Warenhaus habe er bisher noch nie gehört, sagte auch Stefan Otz, Direktor von Interlaken Tourismus. Dies sei eine sehr innovative Idee. Verwunderlich sei sie allerdings nicht: Immerhin seien die Gäste aus den Golfstaaten besonders kaufkräftig – jene, die am meisten Geld ausgäben und am längsten blieben. (sda)