EKS

«Wir wollen die reformierte Stimme beim Bund einbringen»

Die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) hat die Idee lanciert, den Austausch zwischen Kirche und Bund zu festigen. Sie wünscht sich, dass die reformierte Kirche ihre Anliegen damit noch besser einbringen kann. Vorbild ist Deutschland.

Rita Famos, Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS), äusserte in der «NZZ» die Idee, dass die EKS eine Person damit beauftragen könnte, die Beziehung von Reformierten zur offiziellen Schweiz zu pflegen.

Hintergrund dieser Idee ist der Plan des Bundesrats, einen Botschafter in den Vatikan zu entsenden. Famos begrüsste es gegenüber der «NZZ» grundsätzlich, dass der Bund diplomatische Beziehungen zum Vatikan unterhalte. Allerdings bezweifelte sie die Notwendigkeit eines Botschafters und kritisierte die «konfessionelle Schieflage», die sich dadurch noch verstärken könnte. «Die Beziehungen des Bundes zur katholischen Kirche würden gestärkt, während wir Protestanten keine offizielle Verbindung zum Bund haben», so Famos gegenüber der «NZZ».

Kontakte auf nationaler Ebene etablieren

Dabei sei es wichtig, dass gute Beziehungen zwischen Entscheidungsträgern bestünden, gerade wenn Fragen oder Probleme auftauchten, so Rita Famos auf Nachfrage von ref.ch. «Auf kantonaler Ebene sind diese Kontakte schon gut etabliert. Aber auch auf Bundesebene gibt es Themen, die uns betreffen.» Famos erwähnt dabei die Organspende oder die Interessen der Kirche während der Corona-Pandemie.

Während die katholische Kirche durch den Nuntius diesen Austausch schon etabliert habe, fehle dies auf reformierter Seite, so die EKS-Präsidentin. «Klar haben wir einen anderen völkerrechtlichen Status als der Heilige Stuhl. Aber wir sind die zweitgrösste Religionsgemeinschaft des Landes mit einer explizit schweizerischen DNA.» Da sei es sinnvoll, wenn der Bundesrat die reformierten Positionen auch wahrnehme. Ein institutionalisierter Austausch würde dies erleichtern, hofft Famos.

Vorbild Deutschland

Dies sei aber nicht ein Hauptanliegen der EKS, so die Präsidentin. Man werde nun im Rat diskutieren, wie man damit weiterfahren wolle. Jedoch zeige ein Blick ins Ausland, dass dies nicht einfach eine «Schnapsidee» sei. Rita Famos verweist auf Deutschland. Dort vertritt ein Bevollmächtigter die Interessen der Evangelischen Kirche bei der Bundesrepublik und der Europäischen Union. (mos)