Weltkirchenrat kritisiert Trumps Einreiseverbot scharf

Der Weltkirchenrat und der Lutherische Weltbund haben ihre Besorgnis über das von US-Präsident Donald Trump verhängte Einreiseverbot für Muslime zum Ausdruck gebracht. Das Verbot zeige einen «katastrophalen Mangel an Mitgefühl und Verantwortung».

Protestmarsch gegen den US-Präsidenten Donald Trump in Minneapolis. (Bild: flickr.com)

Fremde, Flüchtlinge und Vertriebene hätten ein Anrecht auf Schutz, heisst es in einer am 31. Januar in Genf verbreiteten gemeinsamen Erklärung des Weltkirchenrates und des Weltbundes. Die religiösen Dachverbände repräsentieren fast 600 Millionen Christen weltweit. Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) und der Lutherische Weltbund (LWB) fordern die USA auf, an ihrer traditionellen Willkommenskultur festzuhalten, im Einklang mit ihren Verpflichtungen gegenüber internationalem Recht.

Die aktuelle Politik der Vereinigten Staaten schade nicht nur Menschen, die dringend eine Zuflucht benötigten. Diese Praxis sei auch ein schlechtes Beispiel für «andere entwickelte Länder, sich an einer Aushöhlung internationaler Flüchtlingsrechte zu beteiligen». Insbesondere wird die unbefristete Aussetzung der Einreiseerlaubnis für Syrer kritisiert: Das zeige einen katastrophalen Mangel an Mitgefühl und Verantwortung.

Keine Einreisevisa für Syrer

Trump hat das US-Programm zur Aufnahme von Flüchtlingen für vier Monate ausgesetzt, bis auf weiteres einen Aufnahmestopp für Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien verhängt und die Einreisebedingungen für viele Muslime deutlich verschärft. In den kommenden 90 Tagen werden Bürger aus Syrien, dem Irak und Iran, Sudan, Jemen, Libyen und Somalia keine Einreisevisa erhalten. Tausende Menschen in den USA protestierten gegen den Erlass. Trump sieht darin eine Schutzmassnahme gegen Terrorismus.

Weltkirchenrat und Lutherischer Weltbund erklärten dazu gemeinsam, man teile die Bedenken vieler christlicher Führer in den Vereinigten Staaten und weltweit über die Anordnung des neuen US-Präsidenten. Diese Massnahmen seien mit der Absicht eingeführt worden, die Nation vor der Einreise von Terroristen zu schützen. Tatsächlich aber schade diese Anordnung vor allem «den Opfern von Terrorismus, Völkermord, Bürgerkriegen und der Verfolgung aufgrund des Geschlechts». (epd)