Hus habe sich für die Rechte aller Menschen eingesetzt, hiess es in einer am Donnerstag in Genf veröffentlichten Mitteilung des Ökumenischen Rates der Kirchen (Weltkirchenrat; ÖRK).
Die tschechoslowakische hussitische Kirche hatte am Mittwoch in Prag des Todestages des Reformators gedacht. Hus, der vor 601 Jahren am 6. Juli 1415 als Ketzer auf dem Scheiterhaufen den Tod fand, sei eine prophetische, aber auch sehr menschliche und bescheidene Persönlichkeit gewesen. Die hussitische Kirche, andere Kirchen sowie der Weltkirchenrat ÖRK hatten in den vergangenen Monaten zum 600. Todestag in mehreren Veranstaltungen an Hus erinnert.
Hus wurde um 1370 geboren, studierte in Prag und war dort auch als Rektor tätig. Zehn Jahre predigte er in der Bethlehemskapelle und setzte sich für eine Reform der Kirche ein. Im Sommer 1415 sollte er vor dem Konstanzer Konzil seine Lehre leugnen. Er weigerte sich und wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Hus gilt als ein Vordenker der Reformation. Gut hundert Jahre vor ihr hatte er eine grundlegende Reform der abendländischen Kirche und eine Rückbesinnung auf die Bibel gefordert. Diesen Forderungen verhalfen später Luther, Zwingli und Calvin zum Durchbruch.
Der ÖRK umfasst knapp 350 Kirchen, die zusammen mehr als 500 Millionen Christen repräsentieren. Die katholische Kirche ist kein Mitglied. (epd)