WEF in Davos fragt: «Religion – ein Vorwand für Konflikte?»

Vor dem Hintergrund der Islam-Diskussion will das am Dienstag beginnende Weltwirtschaftsforum WEF in Davos auch über Religion diskutieren. 2500 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft treffen sich in Davos.

Davos aus der Luft.
Davos aus der Luft. (Bild Wikimedia/Flyout)

Im Rahmen des parallelen Open Forum Davos gibt es am Mittwoch eine Diskussion zum Thema «Religion – Ein Vorwand für Konflikte?», das vom Chefredakteur der britischen arabischsprachigen Zeitung «Asharq Al-Awat», Mina Al-Oraibi, moderiert wird. Referenten sind u.a. der frühere britische Premierminister Tony Blair, der Kapstädter anglikanische Erzbischof Thabo Makgoba, der israelische Rabbiner David Rosen und der Präsident des kalifornischen muslimischen Zaytuna College, Hamza Yusuf Hanson.

Insgesamt diskutieren am 45. Weltwirtschaftsforum über 2500 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Doch viel wichtiger als die offiziellen Themen sind die informellen Kontakte. Leitthema des diesjährigen WEF ist «Der neue globale Kontext». Mehr als 300 Veranstaltungen finden bis Samstag statt. Schwerpunkte sind der Klimawandel, technische Revolutionen, die Entwicklungen in Schwellenländern, das Wachstum Chinas oder auch die Stabilität der Finanzmärkte.

Kritiker stossen sich seit jeher am Davoser Schulterschluss von Wirtschaft und Politik. «An sich ist das WEF bloss ein weiteres langweiliges Managertreffen», sagte Oliver Classen von der «Erklärung von Bern»: «Doch es gibt eine Bedeutung und Funktion vor, die es als Privatverein nicht haben kann. Das eigentliche Problem ist, dass sich demokratisch legitimierte Politiker in Davos auf Augenhöhe mit Wirtschaftsführern begeben, die nur ihren Aktionären Rechenschaft geben.» Viele der Probleme, die am WEF diskutiert würden, seien durch das Diktat der Wirtschaft in der Politik überhaupt erst entstanden. «Das WEF wäre heute gern Teil der Lösung, bleibt aber Teil des Problems», so Classen. (kath.ch)