Mittelmeer

Volles Rettungsboot der «Ärzte ohne Grenzen» sucht einen Hafen

Die Besatzung der «Geo Barents» hat in kurzer Zeit 300 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet.

Nach mehreren Rettungsaktionen über das Wochenende sucht die Schiffsbesatzung der «Geo Barents» mit fast 300 Flüchtlingen an Bord nach einem Hafen in Europa. Zuletzt seien in der Nacht 76 Menschen, darunter 17 Kinder und Jugendliche, von einem Holzboot in Seenot im Mittelmeer gerettet worden, erklärte die Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen» am Montag, 17. Oktober, auf Twitter.

Als die Retter den Unglücksort erreicht hätten, sei bereits Wasser in das Boot eingedrungen. «Ohne unsere Anstrengungen wären diese Menschen dem Ertrinkungstod im Meer überlassen worden.» Insgesamt seien inzwischen 293 Migranten auf der «Geo Barents».

Im Mittelmeer gibt es keine staatlich organisierte Seenotrettung. Lediglich private Initiativen halten nach Flüchtlingen in Lebensgefahr Ausschau. Die Mittelmeer-Überquerung ist eine der gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) starben dabei in diesem Jahr bereits 1685 Menschen oder werden vermisst. Die Dunkelziffer dürfte viel höher liegen. (epd)